Für den Fall einer Regierungsbeteiligung hat Alice Weidel einen Austritt aus dem Euro und dem Schengenraum angekündigt. Im Sommerinterview griff sie besonders die CDU an.
Bevor jedoch der Eindruck entsteht, dass es Deutschland wirtschaftlich gut geht, könntest du erläutern, inwiefern der Euroaustritt zu nennenswertem Schaden führen könnte?
Wenn du als deutscher Produzent etwas in Deutschland verkaufst, bezahlst du die Mehrwertsteuer (natürlich immer weiter gereicht), Umsatzsteuer und sonstige weitere Steuern. Wenn du aber nun im Ausland etwas verkaufst, darfst du auch noch Zollabgaben und Einfuhrsteuern bezahlen. Wenn dazu noch das Ausland nicht die gleiche Währung wie dein Ursprungsland hat, musst du zudem auch noch zu dem aktuellen Tageskurs das Geld wechseln, und dabei kommen auch noch Gebühren und Steuern oben drauf.
Mit dem wegfallen des Euros, müsstest du in JEDEM Land auf dieser Erde diese Zusatzkosten bezahlen und oder an den Kunden weiterreichen (aber warum sollte der Kunde dann bei dir kaufen wenn dieser auch lokal kaufen könnte?)
Also sag mir, wie kann das bei einer exportstarken Region wie Deutschland nicht zu einem nennenswerten Schaden führen?
Als Beispiel kannst du dir ansehen wie es der Wirtschaft in der UK geht, vor und nach Brexit.
Nehmen wir an, Deutschland tritt aus dem Euro aus und holt die D-Mark zurück. Deutschland ist eine Exportnation, die über 50% ihres Exports in EU Länder exportiert. Deutschland geht es nun als Industriestandort nun auch nicht blendend, aber es geht noch.
Nehmen wir jetzt also an, wir exportieren aus Deutschland nach Frankreich, während Frankreich noch den Euro hat. Der Euro ist relativ stabil, da mehrere Volkswirtschaften dahinterstehen, während Deutschland mit seiner schwächelnden Wirtschaft allein dasteht. Dadurch wird die D-Mark abgewertet gegenüber dem Euro, weil Deutschland halt allein hinter der D-Mark steht und sich nicht gegenüber anderen Volkswirtschaften so gut behaupten kann.
Das heißt, dass der Euro gegenüber der D-Mark stärker wird, weil die D-Mark schwächelt. Das ist im ersten Moment gut für den Exporter, weil es wahrscheinlicher ist, dass die Exporte genommen werden. Leider leiden die Importe darunter und wir sind bei Weitem nicht autark. Heißt: Wir bezahlen dann mehr D-Mark für Importe und wenn die Arbeitgeber den Arbeitnehmern nicht mehr bezahlen, können die sich weniger Dinge aus dem Ausland leisten - also Computer, Handys, nicht deutsche Autos etc. etc. Selbst deutsche Konsumgüter und auch Lebensmittel werden teurer, da Benzin teurer wird, Dünger wird teurer, Getreide wird teurer, Orangen etc. etc. etc.
Diejenigen, die davon dann profitieren, sind diejenigen, die entweder in Euro oder Dollar oder anderen stärkeren Währungen bezahlen. Die können dann die schwächelnden deutschen Firmen irgendwann aufkaufen.
So verstehe ich zumindest das ganze Problem. Leider habe ich keinen Abschluss in VWL oder BWL und kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich lasse mich gerne korrigieren.
Im Gegenteil, der Euro ist für deutsche Verhältnisse unterbewertet.
Wir haben immer noch einen Außenhandelsüberschuss, dh wir exportieren mehr Güter als wir importieren, dafür kommt mehr Geld ins Land als abfließt.
Hätten wir eine eigene Währung bräuchte das Ausland diese um unsere Güter zu bezahlen, die Nachfrage erhöht den Wechselkurs, die Währung wertet auf.
Potentiell gut für Importe, schlecht für die Exportindustrie auf die man die letzten 20 Jahre das deutsche Wirtschaftsmodell gebaut hat.
Bevor jedoch der Eindruck entsteht, dass es Deutschland wirtschaftlich gut geht, könntest du erläutern, inwiefern der Euroaustritt zu nennenswertem Schaden führen könnte?
Tipp mal “Brexit Folgen für UK” in die Suchmaschine deines Vertrauens ein.
Wenn du als deutscher Produzent etwas in Deutschland verkaufst, bezahlst du die Mehrwertsteuer (natürlich immer weiter gereicht), Umsatzsteuer und sonstige weitere Steuern. Wenn du aber nun im Ausland etwas verkaufst, darfst du auch noch Zollabgaben und Einfuhrsteuern bezahlen. Wenn dazu noch das Ausland nicht die gleiche Währung wie dein Ursprungsland hat, musst du zudem auch noch zu dem aktuellen Tageskurs das Geld wechseln, und dabei kommen auch noch Gebühren und Steuern oben drauf.
Mit dem wegfallen des Euros, müsstest du in JEDEM Land auf dieser Erde diese Zusatzkosten bezahlen und oder an den Kunden weiterreichen (aber warum sollte der Kunde dann bei dir kaufen wenn dieser auch lokal kaufen könnte?)
Also sag mir, wie kann das bei einer exportstarken Region wie Deutschland nicht zu einem nennenswerten Schaden führen?
Als Beispiel kannst du dir ansehen wie es der Wirtschaft in der UK geht, vor und nach Brexit.
Nehmen wir an, Deutschland tritt aus dem Euro aus und holt die D-Mark zurück. Deutschland ist eine Exportnation, die über 50% ihres Exports in EU Länder exportiert. Deutschland geht es nun als Industriestandort nun auch nicht blendend, aber es geht noch. Nehmen wir jetzt also an, wir exportieren aus Deutschland nach Frankreich, während Frankreich noch den Euro hat. Der Euro ist relativ stabil, da mehrere Volkswirtschaften dahinterstehen, während Deutschland mit seiner schwächelnden Wirtschaft allein dasteht. Dadurch wird die D-Mark abgewertet gegenüber dem Euro, weil Deutschland halt allein hinter der D-Mark steht und sich nicht gegenüber anderen Volkswirtschaften so gut behaupten kann.
Das heißt, dass der Euro gegenüber der D-Mark stärker wird, weil die D-Mark schwächelt. Das ist im ersten Moment gut für den Exporter, weil es wahrscheinlicher ist, dass die Exporte genommen werden. Leider leiden die Importe darunter und wir sind bei Weitem nicht autark. Heißt: Wir bezahlen dann mehr D-Mark für Importe und wenn die Arbeitgeber den Arbeitnehmern nicht mehr bezahlen, können die sich weniger Dinge aus dem Ausland leisten - also Computer, Handys, nicht deutsche Autos etc. etc. Selbst deutsche Konsumgüter und auch Lebensmittel werden teurer, da Benzin teurer wird, Dünger wird teurer, Getreide wird teurer, Orangen etc. etc. etc.
Diejenigen, die davon dann profitieren, sind diejenigen, die entweder in Euro oder Dollar oder anderen stärkeren Währungen bezahlen. Die können dann die schwächelnden deutschen Firmen irgendwann aufkaufen.
So verstehe ich zumindest das ganze Problem. Leider habe ich keinen Abschluss in VWL oder BWL und kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich lasse mich gerne korrigieren.
Im Gegenteil, der Euro ist für deutsche Verhältnisse unterbewertet.
Wir haben immer noch einen Außenhandelsüberschuss, dh wir exportieren mehr Güter als wir importieren, dafür kommt mehr Geld ins Land als abfließt. Hätten wir eine eigene Währung bräuchte das Ausland diese um unsere Güter zu bezahlen, die Nachfrage erhöht den Wechselkurs, die Währung wertet auf.
Potentiell gut für Importe, schlecht für die Exportindustrie auf die man die letzten 20 Jahre das deutsche Wirtschaftsmodell gebaut hat.
Danke für die Erklärung.
Das macht alles natürlich noch schlimmer.
Ja
Man kann wie China das Geld umgehend wieder im Ausland ausgeben und so den Wechselkurs beliebig niedrig halten.