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In der Lanz-Sendung rät Energieökonomin Claudia Kemfert zur Vergünstigung des Deutschlandtickets sowie zum Ausbau des Nahverkehrs. Davon würden auch Menschen mit niedrigerem Einkommen profitieren.

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  • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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    1 month ago

    Es ist der altbekannte Reflex, die Pendler als Hauptbetroffene der Misere entlasten zu müssen. Für Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Finanzwissenschaft, ein Trugschluss. „Viele Menschen pendeln zur Arbeit, aber die Langdistanzpendler, die 100 oder 200 Kilometer fahren und dafür das Auto nehmen – das sind nicht die armen Menschen.“ In den Steuerdaten der Einkommenssteuererklärungen sehe man: „Es sind die Menschen mit dem höheren Einkommen, die oberen zehn Prozent“, so Peichl in der ZDF-Sendung Markus Lanz vom 26. März 2026. Der Moderator beendet Peichls Satz: „Es sind die Pendler, auf die man sich immer beruft, für die man immer was tun möchte.“ Peichls Argument habe er so „noch nie gehört“, gesteht Lanz.

    Es gebe zwar Ausnahmen, sagt der Ökonom, „aber jetzt mal ehrlich, wieso sollte man 100 oder 200 Kilometer für einen Job pendeln, der nicht gut bezahlt ist? Die Pendlerpauschale erfüllt nicht das verteilungspolitische Ziel. Die ärmsten Haushalte besitzen oft gar kein Auto, weil sie es sich nicht leisten können. Wer Benzin konsumiert, das sind nicht die ärmsten Haushalte.“

    Aha, die CDU macht Umverteilung von Unten nach Oben.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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      1 month ago

      Und hier sieht man auch, warum die vielen Kommentare “aber aber ich muss 200 Kilometer zur Arbeit pendeln und bin sozial schwach mit meinem maroden Häuschen auf dem Land” höchstwahrscheinlich zu 90% Astroturfing sind - klar gibt es einige Härtefälle, aber diese sind eben die Ausnahme. Und gerade denen wäre weit besser geholfen, wenn das Geld statt in gießkannenmässige Subvention der Auto- und Ölindustrie ganz gezielt in Projekte gesteckt würde, die sozial Schwächeren hilft.

      Z.B. wenn sich jemand in einem altem Haus mit unzureichender Isolierung kein Heizöl und keine Wärmepumpe leisten kann, warum nicht per KfW Kredit eine zinslose Hypothek auf das Haus anbieten, mit dem Wärmedämmung und Wärmepumpe finanziert werden, die durch die niedrigeren Heizkosten gut finanziert werden kann und sogar ein Plus für den Bewohner bringt, und die beim Verkauf dann halt auf den Käufer mit der Wertsteigerung durch die modernere und kostengünstigere Technik sogar den Verkaufswert steigert??

      Und wenn jemand z.B. als Hebamme oder Fliesenleger arbeitet und schlecht verdient, und das Einkommen nicht mehr für Benzin reicht, warum dann nicht wie in Frankreich ein billiges Elektroauto per Leasing zur Verfügung stellen? Das muss dann ja wirklich kein BMW sein…

      Aber die ganzen armen, sozial schwachen Autofahrer, die müssen ja offensichtlich einen Sechszylinder Audi fahren…