Ich poste diesen Artikel, weil er einen Aspekt anspricht, der im Moment etwas aus dem Blick geraten ist: Die Ölvorräte sind endlich, das ‘billige’ Öl wurde zuerst gefördert, je knapper das verbleibende Öl wird, desto teurer wird es zu fördern, und die weltweite Ölförderung hat nicht zuletzt aufgrund der schrumpfenden billigen (!) Reserven ihr Maximum wahrscheinlich bereits vor einer Weile - vermutlich schon vor rund zehn Jahren - erreicht.

Das verbleibende Öl wird vermutlich innerhalb der Lebensdauer von Investitionen wie einer Ölheizung allein schon aus diesem Grund erheblich teurer werden.

Mit ihrem Analysebericht World Energy Outlook legt die IEA jährlich ihren Bericht zum „Stand der Dinge“ vor. Der jüngste hatte drei zentrale Botschaften: Erstens ist der Klimawandel für die Wirtschaft eine existenzielle Bedrohung. Weshalb wir zweitens schneller auf Erneuerbare umsteigen müssen. Und drittens: Es werden derzeit nur noch wenige neue Erdölfelder erschlossen, […]

Aber offenbar kann die Nachfrage bei der derzeitigen Zurückhaltung der Konzerne beim Erschließen neuer Felder in Kürze gar nicht mehr gedeckt werden. Selbst umfangreiche Investitionen können laut der IEA nicht verhindern, dass sich die Ölförderung bis 2050 glatt halbiert. Kluge Politik rückt das in ihren Fokus: Ausbau des ÖPNV, Förderung der Elektromobilität, Ausstieg aus der Verbrennervergangenheit.

Eine sehr detaillierte Analyse dieser Thematik findet sich im Artikel

https://de.wikipedia.org/wiki/Ölfördermaximum

  • Mucki@feddit.org
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    2 days ago

    Die Kernfrage ist doch, ob alle Endverbraucher bereit und gewillt sind die meisten Errungenschaften der modernen industriellen Welt wieder los zu lassen und sich zu reduzieren. Das wird von den meisten als Rückschritt gesehen.

    Nie wieder fliegen, nie wieder Auto, nie wieder Freunde und Familie besuchen, die weiter als 50km entfernt sind, nicht mehr reisen und fremde Kulturen aufsaugen, nicht mehr pendeln, nur noch home office oder Arbeit in der eigenen Gemeinde, keine Import und Exporte mehr, kein Handel über Grenzen, keine Schifffahrt, kein Heizen im Winter, keine Abhängigkeit von Ersatztechnologien (Lithium!), nur noch Wohnen in Ballungsräumen, wo alles fußläufig ist, kein Smartphone und Internet mehr, kein Temu Shein oder Amazon, kein Kunststoff mehr, … Die Liste ist lang.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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      2 days ago

      nie wieder Auto, nie wieder Freunde und Familie besuchen, die weiter als 50km entfernt sind, nicht mehr reisen und fremde Kulturen aufsaugen, nicht mehr pendeln, nur noch home office oder Arbeit in der eigenen Gemeinde, keine Import und Exporte mehr, kein Handel über Grenzen, keine Schifffahrt, kein Heizen im Winter

      Warum soll Klimaschutz solche Dinge erfordern? Das ist mal wieder eine falsche Dichtomie (und vielleicht ein Versuch, die Diskussion zu polarisieren und zu trollen?)

      Schließlich gibt es Züge, Reisebusse (die sehr günstig sind im CO2-Verbrauch). Man kann mit ÖPNV pendeln oder mit dem Rad. Man kann Reisen seltener aber dafür länger organisieren. Man kann seine Wege lokaler organisieren, was bei einer ökologischen Verkehrswende übrigens auch von selber passiert, weil Zersiedlung, Schlafstädte und weite Wege eben auch eine Folge sind der Dominanz des Autos. Man kann mit Wärmepumpen heizen.

      Und auch wenn die Zeit drängt, muss man nicht alles sofort erreichen. Die Decarbonisierung ist ein Menschheitsprojekt ähnlich wie die Einführung Elektrischen Stroms oder der Eisenbahn. Das wird Jahrzehnte brauchen, bis es 100% umgesetzt ist - aber wir können durch Ansetzen an den richtigen Stellen, die “Low Hanging Fruits” in kurzer Zeit viel erreichen. Dies zeigt schon der rasante Umbruch bei Stromerzeugung und Elektromobilität.

      Gäbe es diesen rasanten Umbruch nicht, hätten wir wahrscheinlich keine Figuren wie Trump, die letztlich reaktionär sind und versuchen, die Uhr zurück zu drehen, damit die fossile Industrie noch ein paar Jahre länger Gewinne machen kann. Auch wenn es uns unseren einmaligen blauen Planeten kostet.

      Richtig ist, dass es einige Bereiche gibt, wo wir um weitestgehenden Verzicht nicht herum kommen werden, vor allem weil wir bisher und auch auf absehbare Zukunft keine Ersatztechnik haben. Diese sind:

      • Fliegen
      • fossile PKWs für tägliche und regelmäßige Wege
      • Fleischkonsum in größeren Mengen

      Anders als die Werbung der betreffenden Industrien suggeriert, braucht man nichts davon, um ein erfülltes Leben zu leben. Im Gegenteil haben sehr viele Menschen, bevor es diese Dinge gab, glücklich und erfüllt gelebt.

      Und da finde ich, braucht man auch keine grüne Regierung oder einen Papst, der von einem verlangt Dinge zu tun, die offensichtlich der einzig richtige Weg sind. Das können und sollten mündige Menschen in Selbstverantwortung regeln. Ich muss ja auch, wenn ich mein Abi in Empfang genommen habe, nicht mehr die Klassenlehrerin fragen, ob ich aufs Klo gehen darf.

      Aber hey, es gab auch mal eine Zeit, wo die Menschheit gelernt hat, dass es nicht gut ist, Nachttöpfe mit Pisse in die Gasse vor dem Fenster auszuleeren, weil es sonst fürchterliche Cholera-Epidemien gibt. Die heute allgegenwärtige Kanalisation in menschlichen Siedlungen ist das Ergebnis eines mühseligen und sehr peinvollen Lernprozesses. Das haben sicherlich auch nicht alle gleich im ersten Jahr begriffen und auch da hat es ein paar Regeln gebraucht, bevor sich soziale Normen an das, was notwendige war, angepasst haben.

      • Mucki@feddit.org
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        2 days ago

        Das ist schön geschrieben von dir.

        Ich bin ganz gewiss kein Troll.

        Mir reicht aber nach bald zwei Jahrzehnten das “Gelaber”.

        Meine Umstellung hat bisher nur mir was gebracht, am System hat sich nicht viel verbessert. Paar mehr Radwege. Leisere Autos, die nicht mehr stinken, paar “grüne” Produkte, …

        Elektromobilität halte ich z.B. nur für das geringere Übel im Vergleich mit big oil. Die Mobilität müsste komplett umgekrempelt werden, also komplett runter gefahren werden wie zum Corona Lock down, aber noch stärker. Die Cargo Schifffahrt und LKW, quasi die halbe afrikanische Stromversorgung, die Kriege, usw alles wird immernoch mit Öl und Diesel befeuert.

        Die Leute fressen weiterhin massenweise toxisches Zeug, Fleisch von unterster Qualität, was rumgeschippert wird.

        Irgendwie sehe ich die Resolution nicht kommen. Klar dauert sowas lange. Aber auch darauf will ich mich nicht mehr rausreden.

        Ich sehe inzwischen sehr klar, dass diese moderne Welt eben genau wegen Öl und Co genau so geworden ist wie sie ist. Das Gerät von dem ich schreibe und auch Feddit würde es nicht geben ohne diese “industrielle Hochkultur”.

        Es passiert einfach viel zu wenig und die Leute reden sich ständig raus.

        Deswegen meine ursprüngliche Frage.

        Bist du bereit das Smartphone abzulegen und die Internetleitung zu killen und beim Landwirt anzufangen in echt und real die Welt zu verbessern?

        Es ist eine Zwickmühle für alle. Das hat nichts mit trollen zu tun, wenn mal einer den Finger etwas fester in die Wunde drückt.

        Von den downvotes ganz zu schweigen, das bestätigt meinen Ansatz eigentlich nur, dass es bei oberflächlichen Streitereien bleiben wird.

        • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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          2 days ago

          Ah ja.

          Also ich verfolge diesen Prozess jetzt seit über 40 Jahren.

          Kollektive Prozesse sind langsamer als individuelle.

          Es passiert sehr viel. Sicherlich nicht schnell genug, dass es ohne Katastrophen abgeht. Aber es passiert viel.

          Z.B. zu Stromversorgung in Afrika, was zu ansprichst:

          https://climatedrift.substack.com/p/why-solarpunk-is-already-happening

          Ich denke, das jetzige System ist auch so “stabil”, weil es viel Macht konzentriert und viele Feedbackschleifen selbst-stabilisierend eingebunden hat. Diese ganzen “wicked Problems” sind nicht so zufällig entstanden. Genauso wie bei den Smartphones sind ein Teil der Abhängigkeiten rein designed.

          Aber das heißt umgekehrt auch, dass wenn die stabilisierenden Feedbackschleifen mal versagen und zerfallen, es dann auch ganz ganz schnell gehen kann. So wie das Ende der stalinistischen Sowjetunion. 1984 wurde Gorbatschow Vorsitzender des ZK der UDSSR. 1989 ist die UDSSR zerfallen und die beteiligten Staaten wurden mehr oder weniger demokratisch. Ein massiver Umbruch in nur 5 Jahren!!

          Man darf auch nicht vergessen, dass Menschen jetzt seit mindestens einer Million Jahren das Feuer benutzen und damit Energie gewinnen, Dinge zu verbrennen. Diese Angewohnheit ist nicht ganz leicht los zu werden.

          Aber Krisen sind Gelegenheiten zu lernen.

          Es wird, glaube ich, nicht mehr gehen ohne Verluste an Menschenleben. Das ist bitter, nach einem ganzen Jahrhundert von Untersuchungen und Warnungen von Wissenschaftlern. Aber umgekehrt ist es so, dass jeder Umstellungsschritt zählt. Wer heute Solarenergie einbaut, anders reist, usw. ist immer noch Pionier. Es wird eine Zeit kommen, wo keine Zeit mehr ist für Experimente, wo man auf Lösungen zurückgreifen muss, die sich bis dahin bewährt haben. Und das ist, wie die 5% Hardcore-Ökos ein Stück Zukunft mit prägen. Die ersten Windanlagen wurden auch von Spinnern und Verrückten gebaut.

          • Mucki@feddit.org
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            1 hour ago

            Wieder gut geschrieben von dir.

            Genau das ist der Knackpunkt: Die “Feedback-Schleifen” durchbrechen. Darauf will ich auch die ganze Zeit hinaus. Das geht meiner Ansicht nach nur, wenn man den Kreislauf komplett beendet. Und mit den Folgen daraus lebt.

            Und was solar punk in Afrika angeht, das ist nett für Privathaushalte, damit die tagsüber bisschen Strom für Haustechnik haben. Aber der substack Autor schreibt selbst: “PAYG solar works for households and smallholders. Doesn’t work for factories or heavy industry. This isn’t a complete grid replacement.” … Während bei uns in vielen Altstädten Solar auf dem Dach verboten ist. Denkmalschutz, Fassadenschutz, es gibt immer “hundert Gründe” dagegen zu sein.

            Naja, ich werde mich abseilen, da ich Feddit nicht aktiv nutze und ehrlich gesagt nicht glaube, dass wir beide heute noch schaffen die Feedback-Schleife zu durchbrechen.

            Danke für deinen Input.

    • ximtor@lemmy.zip
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      2 days ago

      Abhängigkeit von Lithium ist böse aber von Öl ist okay weil ist ja schon da? Warte, du willst sagen überhaupt nix funktioniert ohne Öl? Und Alternativen funktioniern garnicht weil ist ja abhängig von Ersatztechnologien anstatt von derzeitigen Technologien?!

      • Mucki@feddit.org
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        2 days ago

        Das hast du erfunden, das habe ich nicht geschrieben.

        Meine persönliche Meinung hat in einer sachlichen Diskussion nichts verloren.

        Meine Frage ist: Sind die Endverbraucher, die konsumieren und dieses kaputte System füttern, bereit diese Errungenschaften (ob gut oder schlecht ist nicht die Frage) aufzugeben?

        • ximtor@lemmy.zip
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          2 days ago

          Ich verstehe halt nicht wieso das alles aufgegeben werden müsste ¯_(ツ)_/¯ es gibt ja Alternativen

          • Mucki@feddit.org
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            2 days ago

            Kannst die für mich mal bitte analog dazu auflisten?

            Dass ich Fahrrad fahre, regional einkaufe, Naturstoffe aus Deutschland und angrenzenden Staaten verwende, im Winter nur noch sehr reduziert heize, keine großen Reisen mehr mache, usw, das kenne ich alles schon und mache ich seit 2009.

            Was ist mit all den Dingen, die ich nicht direkt und unmittelbar beeinflussen kann?

            • ximtor@lemmy.zip
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              2 days ago

              Was ist mit all den Dingen, die ich nicht direkt und unmittelbar beeinflussen kann?

              Du selber als nicht Milliardär kannst eh nur wählen, und ob das mit Propaganda und Korruption zielführend ist oder nicht, kann jeder selbst entscheiden…

              • Mucki@feddit.org
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                2 days ago

                Ja, haben jetzt n grünen Bürgermeister. Toll…

                Ich kann nur durch meinen Konsum oder nicht-Konsum wählen was in der Welt passiert. Was ich nicht mehr kaufe wird von den Milliardären nicht mehr produziert.