Um die Limits der Bezahlkarte für Asylbewerber auszuhebeln, tauscht eine Hamburger Initiative Gutscheine, die mit der Bezahlkarte erworben wurden, gegen Bargeld aus. Einigen Märkten geht das gegen den Strich. Sie versuchen, dies zu verhindern, indem sie Leuten, die mit der Bezahlkarte zahlen müssen, den Kauf von Gutschenen verwehren.



Bin hier etwas zwiegespalten. Ich finde es dumm, dass man den Menschen nicht die Option einräumt, mehr Bargeld abzuheben. Jetzt aber dafür zu kämpfen, dass man mit der Bezahlkarte über Umwege Bargeld bekommen kann, finde ich den falschen Weg. Dann sollte man doch lieber dafür kämpfen, die 50€-Limit beim Geldabheben zu erhöhen oder die Bezahlkarte wieder abzuschaffen, als jetzt für den Erhalt eines Workaround zu kämpfen. Wenn das im größeren Stil gemacht wird, kann es doch nicht im Sinne der Gesellschaft und der Asylbewerber sein, so eine teure Infrastruktur für diese Bezahlkarte zu haben, die dann mit einer teuren Bezahlkarte-zu-Gutschein-Infrastruktur und dann eine weiteren Gutschein-zu-Bargeld-Infrastruktur ohnehin wieder umgangen werden kann. Dann hat man dasselbe wie vorher, einfach nur mit super viel Mehraufwand für alle Beteiligten.
Ich versteh den Widerspruch nicht. Diese Initiativen setzen sich natürlich gleichzeitig dafür ein dass die Bezahlkarten abgeschafft werden. Der Umtausch ist eine Notlösung.
Der Widerspruch besteht darin, dass die Ausländerbehörde das Vorgehen der Asylbewerber in Ordnung findet. Vorausgesetzt natürlich, dass diese Aussage stimmt und man gegenüber der taz nicht gelogen hat.
Wenn es OK ist die Bezahlkarte über zwei Ecken zu Bargeld zu machen, dann gebt doch bitte gleich Bargeld statt völlig unnötig Mehrarbeit an diversen Stellen auszulösen.
Ja, stimmt. Definitiv.
Sinnvolle ist das nicht, aber die Lösung ist offensichtlich nicht das auf die Asylbewerber abzuwälzen…