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    21 hours ago

    Was Hilfssherriff spielen angeht stimme ich dir vollkommen zu, bei der ersten Klasse allerdings nicht. Mein Vater ist zum Beispiel immer erste Klasse gefahren - nicht weil er reich, sondern immungeschwächt war und dort größeren Abstand zu anderen Menschen halten konnte. Auch für Menschen mit sensorischen Verarbeitungsstörungen kann die ruhigere Umgebung in der ersten Klasse ein Segen sein.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      20 hours ago

      Mein Vater ist zum Beispiel immer erste Klasse gefahren - nicht weil er reich, sondern immungeschwächt war und dort größeren Abstand zu anderen Menschen halten konnte. Auch für Menschen mit sensorischen Verarbeitungsstörungen kann die ruhigere Umgebung in der ersten Klasse ein Segen sein.

      Okay, und was ist mit den immungeschwächten Menschen oder Menschen mit sensorischen Verarbeitungsstörungen, die sich kein Erste-Klasse-Ticket leisten können? Hi, ADHSler hier, ohne geräuschdämpfende Kopfhörer komm ich in Massentransportmitteln überhaupt nicht zurecht und bin auf Dauerstressmodus, aber mit Bürgergeld ist nie ein Erste-Klasse-Ticket drin.

      Ich weiß, dass es Menschen gibt, die mehr Raum und Ruhe brauchen. Dafür sollte man aber nicht in der Lage sein müssen, sich den Aufpreis für die erste Klasse leisten zu können. Stattdessen wäre es doch sinnvoller, mit dem Platz, der derzeit auf die absolut niemals ausgelastete erste Klasse entfällt, die Abstände zwischen den Sitzen zu vergrößern, in regelmäßigen Abständen Lärmschutzwände zu verbauen und ähnliche Lösungen zu finden, die keinen Aufpreis kosten.

      • PonyOfWar@pawb.social
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        20 hours ago

        Okay, und was ist mit den immungeschwächten Menschen oder Menschen mit sensorischen Verarbeitungsstörungen, die sich kein Erste-Klasse-Ticket leisten können?

        Die können dann nicht mit dem Zug fahren, was natürlich ungerecht ist. Allerdings würdest du mit der Abschaffung der ersten Klasse dann nur erreichen, dass noch mehr Menschen nicht mit dem Zug fahren können. Da würde auch eine geringfügige Vergrößerung des Platzes zwischen den Sitzen nicht helfen.

        Stattdessen würde ich eher vorschlagen, dass Menschen in deiner Situation sich den Aufpreis für ein Erste-Klasse Ticket von der Krankenkasse bezahlen lassen können.

        Ich finde wenn man argumentiert, dass es gar keine Preis/Qualitätsunterschiede geben darf, macht man ein großes Fass auf. Soll es bei Nachtzügen dann auch nur noch Liegewägen geben und keine Kabinen mehr? Am Ende des Tages erreicht man damit dann nur dass weniger Leute öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

        • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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          18 hours ago

          Dein Vorschlag baut keine Hürden ab, es baut welche auf. Nicht nur, dass man zumindest in Vorkasse gehen können müsste, es erforderte dann Aufwand, sich das Geld zurückzuholen. Und es gibt Bearbeitungszeiten, die (das weiß ich aus eigener, leidvoller Erfahrung) auch gerne mal länger sein können als man sich das als Sozialhilfeempfänger leisten kann.

          Am Ende des Tages erreicht man damit dann nur dass weniger Leute öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

          Das bezweifle ich stark. Ers recht bezweifle ich das unter Voraussetzungen, die den ÖPNV insgesamt verbessern würden. Größere Sitzabstände, Schallschutzwände, höhere Taktung um die Auslastung gerade in Stoßzeiten zu entzerren, mehr Strecken, grundsätzlich barrierefreie Bahnhöfe und Haltestellen etc.
          Wenn du mich fragst, sollte der ÖPNV sowieso bei Benutzung kostenfrei sein. Dann hätten 1.-Klasse-Abteile auch keinen Sinn mehr.

          Was macht dein Vater eigentlich, wenn die 1. Klasse doch mal voll besetzt ist?

          • PonyOfWar@pawb.social
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            18 hours ago

            Größere Sitzabstände, Schallschutzwände, höhere Taktung um die Auslastung gerade in Stoßzeiten zu entzerren, mehr Strecken, grundsätzlich barrierefreie Bahnhöfe und Haltestellen etc. Wenn du mich fragst, sollte der ÖPNV sowieso bei Benutzung kostenfrei sein. Dann hätten 1.-Klasse-Abteile auch keinen Sinn mehr.

            Klar, wenn man das alles machen würde - sicher, klingt gut. Aber wir kennen beide den Zustand der Bahn in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann in den nächsten Jahrzehnten so viel Geld in die Hand genommen wird dass nicht nur die marode Infrastruktur repariert werden kann sondern das System auch noch in dem Ausmaß verbessert wird, geht gegen null. Da empfinde ich meinen Vorschlag, auch wenn er mit mehr individuellem Aufwand verbunden ist, doch als realistischer.

            Was macht dein Vater eigentlich, wenn die 1. Klasse doch mal voll besetzt ist?

            Naja, was soll er da schon machen? Sich irgendwo ins hinterste Eck setzen und hoffen, dass er sich nichts einfängt. Oder eben, wenn das schon von vornherein ersichtlich und die Fahrt nicht essenziell ist, nicht Bahn fahren.

            • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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              17 hours ago

              Aber wir kennen beide den Zustand der Bahn in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann in den nächsten Jahrzehnten so viel Geld in die Hand genommen wird dass nicht nur die marode Infrastruktur repariert werden kann sondern das System auch noch in dem Ausmaß verbessert wird, geht gegen null.

              Wir wissen beide, dass die Abschaffung der Ersten Klasse nirgends ernsthaft diskutiert wird, außer in den Utopievorstellungen einiger Linker. Und zu diesen Vorstellungen gehört auch immer die Modernisierung des ÖPNV insgesamt. Solche Forderungen stehen nie für sich alleine.

              Da empfinde ich meinen Vorschlag, auch wenn er mit mehr individuellem Aufwand verbunden ist, doch als realistischer.

              Du meinst, weil nicht gerade tatsächlich mal wieder diskutiert wird, den Leistungsumfang der Krankenkassen zu reduzieren wie als man Brillen daraus entfernt hat?

              • trollercoaster@sh.itjust.works
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                16 hours ago

                Und zu diesen Vorstellungen gehört auch immer die Modernisierung des ÖPNV insgesamt.

                Man müsste nicht mal modernisieren. Bei der Bahn würde zurück in die 1980er reichen. Bei der Bundesbahn gab es auch in Regionalzügen in der 2. Klasse noch Abteile. Und die Sitze waren echt bequem, schön gepolstert, nicht der harte Scheiß, den die heute als Sitze verkaufen.