@copacetic Nutriscore ist ja nett, aber eine richtige gut gemachte Lebensmittelampel, ein Verbot von manchen Sachen und eine sinnvolle Besteuerung von besonders ungesunden ‘Lebensmitteln’ kann es nicht ersetzen.
2020 wurde die Lebensmittelampel eingeführt. Doch die hatte einige Schwachpunkte…
Eine euphemistischere Formulierung, die nicht gelogen ist, kann ich mir nur schwer vorstellen.
Die haben Produkte innerhalb von Kategorien miteinander verglichen: Limonade mit Limonade und Pizza mit Pizza. Und die am wenigsten schädlichen Produkte innerhalb der Kategorie werden grün markiert.
Der Hersteller hat sich die Ampelwertung selbst gegeben. Das Ministerium hat zur Berechnung eine Excel-Tabelle bereitgestellt und dann darauf vertraut, dass keiner betrügt.
Es gibt genau vier Kategorien. Käse, zugesetzte Fette, Getränke und eine für alles weitere. Nicht für jedes Produkt eine eigene.
Das ist korrekt. Somit sind Limonade und Pizza in unterschiedlichen Kategorien und zudem nicht mit z.B. Gemüse vergleichbar.
Danke, dass du es nochmals klarer gesagt hast.
Was die weitere Problematik ang hat bin ich voll auf der Seite von @[email protected]. Finde das eigentlich auch recht logisch so.
Ich habe das in vielen Threads die letzten Tage verteidigt und werde es weiterhin tun: ich finde das gut. Ich brauch’ keinen Nutriscore, um zu wissen, dass ich mehr Karotten und weniger Pizza essen sollte. Aber, wenn es mir hilft, dass ein bisschen weniger Zucker und Salz in der Pizza ist, für die ich mich entscheide…dann ist etwas erreicht. Tatsächlich hat er mich konkret bei Cornflakes und Joghurt schon zu Alternativen geleitet.
Wenn man die intuitiv erkannte, aber falsche Vermutung überwunden hat, dass grün == OK ist, dann kann man den bunten Fleck in seine Entscheidung einbeziehen. Dass man intuitiv den falschen Schluss ziehen kann, wäre mein zentraler Kritikpunkt.
Und ich glaube nicht, dass jedem bekannt ist, dass milchschnitte oder Kelloggs smacks kein Frühstück sondern Süßigkeit sind und der Verbraucher die Ampelwertung in diesem Kontext sieht.
Ich drücke hier auch nur meine Meinung über die Entscheidungen aus, die zur Ampel in dieser Form geführt haben (hätte mir andere Zielkriterien gewünscht) und verurteile nicht diejenigen, die das Ding in seiner jetzigen Form dennoch nutzbringend finden. Ich finde den Fleck wenig durchdacht und einem Ministerium mit dem Auftrag seinen
VerbrauchernBürgern zu informierten Entscheidungen zu verhelfen unwürdig.Aber, wenn es mir hilft, dass ein bisschen weniger Zucker und Salz in der Pizza ist, für die ich mich entscheide…dann ist etwas erreicht.
Das stand und steht schon in den Nährwertangaben. Mittlerweile sind da ab und an sogar Salz und Ballaststoffe aufgeführt.
Projekte wie https://yuka.io/ machen vor, wie es besser ginge. Trennung von Hersteller und Bewertendem. Fakten statt übervereinfachende Metriken. (auch hier wieder: meine Meinung dazu, wie ich informiert werden möchte.)
Die haben auch ne Ampel. Sagen aber, warum etwas nicht gut ist und betrachten das Lebensmittel absolut und nicht relativ zu anderen. Schade, dass man dafür ein Handy und Netz haben muss. Auf der Verpackung wäre es besser aufgehoben.E: Oh mist. Ich glaube ich bin emotional sehr involviert, was dieses Thema angeht.
Ja, diese Kritik mit “man denkt intuitiv grün wäre voll gesund” kann ich gut verstehen. Richtig verstanden finde ich nun aber schon, dass es hilft. Wie geschrieben, ich hoffe, dass den meisten Menschen eigentlich klar ist “mehr Gemüse - weniger Zucker”. Die darauf folgenden Entscheidungen werden ja ohnehin trotz dieses Allgemeinwissens getroffen. Und
Das stand und steht schon in den Nährwertangaben
Damit bräuchte man ja überhaupt nichts ändern, steht ja immer alles in den Angaben. Aber unabhängig davon, dass die oft schwer zu lesen sind, ist ein aggregierter Score ja besser. Ich lese halt nicht die Nährwertangaben von 24 Tiefkühlpizzen, und gleiche dann noch ab, wie der jeweilige Salz/Zucker/Kalorien Quotient der Produkte ist. Wenn ich aber durch die Scheibe des Tiefkühlregals schaue und innerhalb von Sekunden grüne (oder zumindest gelbe) Labels sehe, hilft mir das bei der Auswahl.
Wenn ich aber durch die Scheibe des Tiefkühlregals schaue und innerhalb von Sekunden grüne (oder zumindest gelbe) Labels sehe, hilft mir das bei der Auswahl.
Wohl wahr. Schneller und leichter erfassbar. Bei der Berechnungsformel ist, (hat) Gerlinde gesagt, noch Luft nach oben. Und auch bei der Aussagekraft ist Spielraum.
Eine auf einen Skalenwert reduzierte Information ist irgendwann keine mehr. Beispiel Upvotes/ Downvotes in social media - Man sieht nicht, ist die Wertung inhaltlich gemeint, Gefühlsreaktion oder was ganz anderes? Bezieht sie sich auf das Thema oder OP? Ich kann mit dieser Größe nichts anfangen.
Darf ich an dieser Stelle auch eine meiner Lieblingsszenen aus Donnie Darko einflechten? :DFünf nebeneinander angeordnete Tortendiagramme jeweils in grün bis rot eingefärbt, für den empfohlenen Tagesbedarf an Kohlenhydraten, Fett, Proteinen, Salz, Ballaststoffen pro 100g sind auch nicht viel schwerer interpretierbar und sagen mehr aus.
Damit kann man in seinen Warenkorb schauen, und wenn schon 3 Artikel mit Fett bei tieforange drin sind, lässt man die Chips im Regal. Oder man überlegt, was man noch kaufen kann, damit der Darm seine Ballaststoffe bekommt.Ich versuche zu verdeutlichen, dass so ziemlich alles besser ist als die Ampel in seiner jetzigen Form - auch wenn sie einen Nutzen haben kann. Gut genug heißt ja nicht, dass es nicht viel besser ginge.



