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    2 hours ago

    Das ist bestimmt eine Bombe mit chemischem Verzögerungszünder nach dem Funktionsprinzip, dass beim Aufschlag auf dem Boden eine Ampulle mit Lösungsmitte zerstört wird, das Lösungsmittel löst dann eine Kunststoffscheibe auf, die den Schlagbolzen eines mechanischen Zünders hält. Wenn die Scheibe durch ist, schlägt der Schlagbolzen auf ein Zündhütchen und zündet damit die Bombe. Die waren dafür gedacht, die Aufräumarbeiten nach einem Bombenangriff zu erschweren, indem sie Stunden später noch explodieren. Dass die genaue Dauer der Verzögerung durch das Funktionsprinzip nicht zu 100% berechenbar war, war dafür sogar ein Vorteil.

    Diese Zünder sind berüchtigt dafür, unter bestimmten Umständen (z.B. Bombe kommt falsch herum zum Liegen) nicht vollständig auszulösen, weil nicht genug Lösungsmittel auf die Kunststoffscheibe kommt, und je nachdem, wie weit die Auflösung der Kunststoffscheibe fortgeschritten ist, reicht dann eine kleine Erschütterung, um den Schlagbolzen zu lösen und die Bombe zu zünden.

    • Gladaed@feddit.org
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      60 minutes ago

      Ich finde diese Erklärung nicht hilfreich/schon bekannt. Meine Verwunderung bezog sich auf die Zeiträume in denen hier gearbeitet wurde.

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        34 minutes ago

        Bomben mit Zündern, die sich vorhersehbar verhalten und generell unempfindlicher gegen äußere Einflüsse sind, kann man evtl. erstmal liegen lassen und dann in Ruhe mit Vorlauf entschärfen, und dementsprechend die gefährdete Umgebung auch geplant mit Vorlauf evakuieren. Das vereinfacht die gesamte Logistik hinter der Aktion, weil man in aller Ruhe Personal, Notunterkünfte und Transportmittel für nicht selbst mobile zu evakuierenden Personen organisieren kann und die Evakuierten auch noch Zeit haben, sich vorzubereiten. Oft macht man das an Wochenenden, weil das mehrere Vorteile hat. Zum Beispiel bringt es den Alltag im gefährdeten Gebiet weniger durcheinander und die Verfügbarkeit des für die Durchführung der Evakuierung und den Betrieb der Notunterkünfte nötige, in der Regel größtenteils ehrenamtliche Personal, ist verfügbarer und man muss für die Leute keinen Verdienstausfall erstatten.

        Bei Bomben mit unberechenbaren Zündern muss man davon ausgehen, dass sie jederzeit explodieren können, und muss deshalb das gefährdete Gebiet notfallmäßig sofort räumen. Das ist für alle Beteiligten unschön, logistisch anspruchsvoller und teurer, als eine geplante Evakuierung mit Vorlauf. Letztendlich läuft das darauf hinaus, dass man mit dem gleichen Personal die gleichen Notunterkünfte in Betrieb nimmt, allerdings hat man zuerst schon mal die Hürde, dass die Unterkünfte noch vorbereitet werden müssen, während dort schon die ersten Evakuierten eintreffen. Das ist lange nicht so entspannt, wie wenn man die im in aller Ruhe vorher in Betrieb nehmen kann. Außerdem muss für das dann größtenteils von der Arbeit wegalarmierte ehrenamtliche Personal Verdienstausfall erstattet werden, das wird also erheblich teurer, als am Wochenende. Das Verkehrschaos, das eine solche groß angelegte Aktion an normalen Arbeitstagen mit üblicherweise mehr Verkehr verursacht, kommt noch erschwerend obendrauf.