Gerade hier macht doch die Anstalt öffentlichen Rechts Sinn. Die Rahmenbedingungen haben ja nicht automatisch was damit zu tun wer baut, private haben da die gleichen Hürden wenn nicht sogar mehr. Die AöR muss sämtliche Einnahmen in Instandhaltung/Verwaltung/Sanierung/Neubau/Rücklagen stecken. Es gibt zwar auch solche, denen zusätzliche Gewinne ermöglicht werden, die dann vom Staat/der Kommune/dem Land abgeschöpft werden können (z.B. KfW, Landesbanken, Sparkassen), dazu wird aber dieses Modell voraussichtlich nicht zählen. Klar können auch Private neubauen und werden es bei teuren Mietverträgen vermehrt tun. Dazwischen liegen aber die Ausschüttungen an Aktionäre (am Beispiel Vonivia 29% der Mieteinnahmen) und zusätzlich Spitzengehälter, die bei großen Privaten ein vielfaches der AöRs liegen, die indirekt demokratisch abgesegnet werden müssen.
Die Miete könnte bei gleichen Investitionen in den Neubau also definitiv gesenkt werden oder eben bei gleicher Miete viel mehr gebaut/saniert werden. Btw. die gübstigen Kreditzinsen, den die AöRs zahlen, fließt über die KfW zu großen Teilen an den Bund zurück, falls die KfW dort Gewinne erwirtschaft.
In den AöRs sind ganz normal Leute angestellt (mit faireren Löhnen als im vergleichbaren privaten Sektor), dis Volkswirtschaft hat davon also eher Vorteile als Nachteile, es wird einfach nur mehr Geld im Kreislauf geführt anstatt einen großen Teil davon in Spitzengehälter und Kapitalmehrung für AktionärInnen und allg. AnlegerInnen abzupumpen. Wohnungswirtschaft ist (wie zum Beispiel auch alles, was die Stadtwerke machen) ein sich sehr träge verhaltendes Segment, in denen eine träge öffenliche Verwaltung hervorragend wirtschaften kann. Da gäbe es bessere Beispiele für Dinge, in denen schnell auf Veränderungen reagiert werden muss, die ggf. bessere Beispiele gegen Vergesellschaftung wären.
Wie träge die Wirtschaften siehst du unter anderem in dem höheren Leerstand Der öffentlich verwalteten Wohnungen. Hilft das dann dem Wohnungssuchenden in Berlin?
Hier zu hoffen, dass Menschen auf einmal besser bezahlt werden und unterm Strich dann trotzdem geringere Mieten dabei herauskommen, halte ich für kurios.
Löhne machen bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ca. 15% der Gesamtausgaben aus, gezahlt wird tariflich, z. b. nach TVöD. Und das sind schon die faireren Löhne. Ein Koch bei einer Uni-Mensa (AöR) verdient deutlich mehr und sicherer bei besseren Arbeitsbedingungen als eine Köchin in einem durchschnittlichen privaten Restaurant.
Unterm Stich kommen definitiv deutlich günstigere Mieten raus, kann man ja am Vergleich derzeitiger öffentlicher und privaten Wohnungen sehen.
Woher nimmst du die Aussage mit dem höheren Leerstand bei den öffentlichen Wohnraumgebäuden und wie hoch ist der Ubterschied? Würde mich interessieren (frage nicht, um gegen dein Argument zu schießen)
Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?
Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.
Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.
Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt.
Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.).
Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie.
In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet.
Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen. Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.
Der Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.
Gerade hier macht doch die Anstalt öffentlichen Rechts Sinn. Die Rahmenbedingungen haben ja nicht automatisch was damit zu tun wer baut, private haben da die gleichen Hürden wenn nicht sogar mehr. Die AöR muss sämtliche Einnahmen in Instandhaltung/Verwaltung/Sanierung/Neubau/Rücklagen stecken. Es gibt zwar auch solche, denen zusätzliche Gewinne ermöglicht werden, die dann vom Staat/der Kommune/dem Land abgeschöpft werden können (z.B. KfW, Landesbanken, Sparkassen), dazu wird aber dieses Modell voraussichtlich nicht zählen. Klar können auch Private neubauen und werden es bei teuren Mietverträgen vermehrt tun. Dazwischen liegen aber die Ausschüttungen an Aktionäre (am Beispiel Vonivia 29% der Mieteinnahmen) und zusätzlich Spitzengehälter, die bei großen Privaten ein vielfaches der AöRs liegen, die indirekt demokratisch abgesegnet werden müssen. Die Miete könnte bei gleichen Investitionen in den Neubau also definitiv gesenkt werden oder eben bei gleicher Miete viel mehr gebaut/saniert werden. Btw. die gübstigen Kreditzinsen, den die AöRs zahlen, fließt über die KfW zu großen Teilen an den Bund zurück, falls die KfW dort Gewinne erwirtschaft. In den AöRs sind ganz normal Leute angestellt (mit faireren Löhnen als im vergleichbaren privaten Sektor), dis Volkswirtschaft hat davon also eher Vorteile als Nachteile, es wird einfach nur mehr Geld im Kreislauf geführt anstatt einen großen Teil davon in Spitzengehälter und Kapitalmehrung für AktionärInnen und allg. AnlegerInnen abzupumpen. Wohnungswirtschaft ist (wie zum Beispiel auch alles, was die Stadtwerke machen) ein sich sehr träge verhaltendes Segment, in denen eine träge öffenliche Verwaltung hervorragend wirtschaften kann. Da gäbe es bessere Beispiele für Dinge, in denen schnell auf Veränderungen reagiert werden muss, die ggf. bessere Beispiele gegen Vergesellschaftung wären.
Wie träge die Wirtschaften siehst du unter anderem in dem höheren Leerstand Der öffentlich verwalteten Wohnungen. Hilft das dann dem Wohnungssuchenden in Berlin?
Hier zu hoffen, dass Menschen auf einmal besser bezahlt werden und unterm Strich dann trotzdem geringere Mieten dabei herauskommen, halte ich für kurios.
Löhne machen bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ca. 15% der Gesamtausgaben aus, gezahlt wird tariflich, z. b. nach TVöD. Und das sind schon die faireren Löhne. Ein Koch bei einer Uni-Mensa (AöR) verdient deutlich mehr und sicherer bei besseren Arbeitsbedingungen als eine Köchin in einem durchschnittlichen privaten Restaurant. Unterm Stich kommen definitiv deutlich günstigere Mieten raus, kann man ja am Vergleich derzeitiger öffentlicher und privaten Wohnungen sehen.
Woher nimmst du die Aussage mit dem höheren Leerstand bei den öffentlichen Wohnraumgebäuden und wie hoch ist der Ubterschied? Würde mich interessieren (frage nicht, um gegen dein Argument zu schießen)
Was du nicht siehst, ist der öffentliche Wohnraum, der den Markt unterbietet und gleichzeitig noch mehr wird, weil sie nur dazu bauen. Warum?
Sorry ich verstehe die Aussage nicht
Da fehlt ein Wort.
Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?
Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.
Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.
Defizit durch Nichtwollen, soso.
Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt. Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.). Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie. In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet. Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen. Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.
Der Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.