Hey zusammen,
ich studiere gerade und merk immer wieder, dass ich in Phasen, wo sich viel ändert, also wenn Entscheidungen fürs Studium, den Job oder einfach den nächsten Lebensabschnitt anstehen, ewig hin und her denke. Pro und Contra sammeln, nochmal drüber schlafen, nochmal umentscheiden… und am Ende entscheid ich dann doch eher aus dem Bauch raus, meistens ziemlich spät.
Mich würd mal interessieren, wie das bei euch so läuft:
- Wie sortiert ihr euch in solchen Phasen? Aufschreiben, mit Leuten reden, spazieren gehen, einfach abwarten?
- Merkt ihr dabei Muster bei euch, also dass ihr an ähnlichen Stellen immer wieder hängen bleibt oder ähnlich entscheidet?
- Und wenn ihr mal was Wichtiges über euch gecheckt habt, wie sorgt ihr dafür, dass das nicht nach zwei Wochen wieder weg ist?
- Was habt ihr ausprobiert, das am Ende eigentlich gar nichts gebracht hat?
Bin gespannt, ob da jemand nen echten Trick hat oder ob sich alle irgendwie so durchwurschteln 😅


Eine Entscheidung wird oft formuliert als “soll ich x oder y machen”, besteht aber eigentlich aus zwei anderen Dingen:
Und in der Situation vor der Entscheidung hat man noch das Potenzial, beides zu werden. Solange man in der Position bleibt, muss man keins davon aufgeben.
Und, auch wenn ich gerne den magischen Mittelweg finden würde, der mir erlaubt, beides umzusetzen, oder eine Methode zu finden, die zeigt, dass die eine Entscheidung klar besser ist als die andere (‘Kein Potenzial durch die Entscheidung aufgegeben wird’), gibt es sowas leider nie.
Das späte ‘aus dem Bauch heraus entscheiden’ passiert dann oft, wenn die Türen beginnen sich zu schließen und das Potenzial, irgendeines von beiden machen zu können, verschwindet.
Deswegen dreht es sich bei mir eher darum, emotional mit der Verlustseite klarzukommen, also entweder z.B. die Jobmöglichkeiten zu betrauern, oder einen Plan B auszuarbeiten, falls man durch die Führerscheinprüfung fallen sollte.
Carl Jung hat den Begriff des Puer Aeternus geprägt, für Leute, die mit Potenzial besessen sind und sich nicht trauen, etwas davon zu realisieren, um den Verlust des anderen zu verhindern. Dafür sind sie oft sehr charismatisch, weil das Sehen von Potenzial, das sie so sehr behindert, sie auch Hoffnung für andere Personen spenden lässt und sie gelernt haben, via Charisma sich aus jeder Situation zu winden, um das Potential zu behalten.
Es hilft also leider nur aktiv Potenzial zu vernichten, um etwas Potenzial zu realisieren. Aktiv eine Tür zu schließen und proaktiv etwas werden, statt im Wartezimmer zu sitzen und zu träumen, wie es ist, wenn man beides gleichzeitig wird.
Falls sich noch jemand mit Puer Aeternus identifiziert, mir hat damals das Video von Dr K. sehr geholfen: https://youtu.be/e0ec2-E5Xq8
puh das trifft ziemlich genau meinen punkt. ich glaub ich hab das bisher immer als problem mit der entscheidung gesehen und nicht als problem damit was anderes aufzugeben. danke für das video, schau ich mir heut abend an