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Man ärgert sich über das Kopfnicken des Moderators, man ärgert sich über seine professionelle Freundlichkeit. Denn eigentlich ist dieses Interview ein Hohn, eine Parodie auf das, was politisches Fernsehen eigentlich tun sollte: nämlich in irgendeiner Form zur Meinungsbildung der Zuschauer beizutragen. Diese halbe Stunde trägt dazu genau gar nichts bei – man ist sogar versucht zu sagen: Sie zieht die Bilanz ins Negative.
Dass Klingbeil dann am Ende ernsthaft noch den abgedroschensten aller Phrasensätze sagt – „Ich will den Sozialstaat fit für die Zukunft machen“ – dazu fällt einem dann nichts Weiteres mehr ein als die traurige These, dass nun wohl auch noch der letzte Arbeiter die AfD wählen wird. Jedenfalls, wenn er sich dieses Sommerinterview angesehen und damit um einen der vielleicht vorerst letzten schönen Sommerabende gebracht hat.


Ich glaube da gibt es logischere Gründe. Wenn z. B. die Medien und der generelle Diskurs immer für den Neoliberalismus und Kapitalismus wirbt, dieser aber von den aktiven Parteien nicht gut für einen selbst wirkt, dann wählt man eben die Partei, welche den Kapitalismus anders verwalten will.
Es ist eben kein Automatismus, sondern hat seine vielen materialistischen und logischen Gründe. Diese gilt es zu bekämpfen, wobei so ziemlich alle Parteien und eigentlich auch die gesamte kapitalistische Demokratie dran scheitert bzw. es nicht dessen Zweck ist.
Es ist weniger die Erwähnung der Tatsache, als deren Darstellung als unvermeidbaren Automatismus.
Hat die afd aber nicht vor. Wenn dann müssten die Leute zur linken rennen die wollen den Kapitalismus tatsächlich anders verwalten (und ein teil will ihn sogar überwinden). Die Wahl der afd hat mit logik oder Materialismus nichts zu tun.
Und genau das hab ich doch kritisiert? Dass das als Automatismus dargestellt wird und die AfD damit ein bisschen als alternativlos dargestellt wird. Deswegen der Hinweis auf die anderen politischen Projekte neben (und ganz weit weg von) der AfD die auch nicht mit der SPD übereinstimmen