Nicht nur die Hitze macht den französischen Atomkraftwerken zu schaffen. Jetzt werden sie auch noch von Meerestieren befallen.

Ein massives Aufkommen von Quallen stellt den französischen Energiekonzern EDF vor Probleme: Das Unternehmen musste drei der sechs Reaktoren seines Atomkraftwerks Gravelines an der Küste des Ärmelkanals abschalten, wie es am Dienstag auf seiner Webseite mitteilte. Die Quallen gerieten demnach in die Meerwasserpumpen des AKW.

Die Reaktoren 2, 3 und 4 mussten abgeschaltet werden, Reaktor 1 wurde auf die halbe Kraft heruntergefahren, wie EDF mitteilte. Reaktor 6 laufe mit voller Kraft, Reaktor 5 sei aktuell wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet. “Diese Situation hat keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen, die Sicherheit des Personals oder auf die Umwelt”, teilte EDF weiter mit.

Atomkraftwerke schalten auch wegen der Hitze ab

Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas.

[…]

Die vielen Quallen an der Küste Nordfrankreichs sind ein regelmäßiges und saisonbedingtes Phänomen. Meldungen über große Schwärme in diesem Gebiet werden aber jeden Sommer häufiger. Weltweit vermehren sich die Quallen, ein Grund dafür ist der Anstieg der Meerestemperaturen durch die globale Erwärmung.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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    12 days ago

    Übrigens… wenn das so weiter geht, werden im Ozean in Zukunft nicht mehr Fische dominieren, oder Krustentiere, sondern Quallen. Warum? Nun, Fische brauchen Sauerstoff, und davon löst sich bei hoher Temperatur weniger im Wasser - um so mehr verbraucht die dann schnellere organische Zersetzung. Krustentiere, Muscheln, Krill und so weiter hingegen bekommen Probleme mit dem Säuregehalt des Wassers, denn CO2 in Wasser ist Kohlensäure und die löst bekanntlich Kalk auf, aus denen die Schalen der Tiere bestehen. Die Quallen hingegen kommen mit solchen Bedingungen noch klar - sie sind erdgeschichtlich älter.

    Es gibt für mich kaum eine traurigere Vorstellung als das Bild einen Ozeans ohne Fische. Das ist so unermesslich traurig.

    Mehr zu solchen Themen von David Wallace-Wells The uninhabitable Earth.

    • ominous ocelot@leminal.space
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      12 days ago

      Es ist nicht das Ende der Welt. Es wird das Ende der Zivilisation sein, wie wir sie kennen. Vielleicht das der Menschheit und vieler Tier- und Pflanzenarten. Die Erde und das Leben machen weiter bis die Sonne ausgebrannt ist.

      … Weiß nicht, ob das jetzt optimistisch stimmt. Vermutlich nicht. Naja.

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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        12 days ago

        Wissenschaftler und Klimaforscher wie Michael Mann betonen deutlich, dass die Zukunft nach wie vor - noch - offen ist und es davon abhängt, was wir tun. Insbesondere menschliche ökonomische Aktivität ist kaum langfristig vorhersagbar.

        Allerdings wird es einen Punkt geben, wo Feedbackschleifen von der Art wie die Wasserversorgung der Kraftwerke unser kollektives Handlungsvermögen stark reduzieren.

        Und ja, wir erleben den Beginn eines Massensterbens an Arten. Als ich Kind war, war nach einer längeren Autobahnfahrt die Windschutzscheibe voll mit Resten von Insekten.

        • ominous ocelot@leminal.space
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          12 days ago

          Bisher hat die Menschheit noch nicht gezeigt, dass sie ausreichende Maßnahmen gegen die weitere Erwärmung ergreifen wird. Es wird weiter gemacht wie bisher. Und es gibt bedeutend mehr Menschen als je zuvor. Dass wir es schaffen glaube ich, wenn ich sehe, dass ausreichend Maßnahmen ergriffen werden.

          Es ist die letzten Jahre trockener und wärmer. Es wird von Dürre gesprochen, seit mehreren Jahren in Folge. Wärmegewitter am Abend sind eine Seltenheit. Knapp 30°C gegen Mitternacht. Ich kann nicht sagen, was davon auf Klimaveränderung zurück zu führen ist. Wenn es einen Zusammenhang gibt und sich die Symptome weiter intensivieren, dann sehe ich pessimistisch in die Zukunft. Wir brauchen Wasser für den Ackerbau. Mit künstlicher Bewässerung aus Grundwasser-Reservoirs geht es nur weiter, bis sie leer sind.