Gebrauchte E-Autos sind zunehmend gefragt. Das berichtet auch Nils Möller von der Gebrauchtwagenplattform mobile.de: “Wir sehen auf unserer Plattform, dass sich der Anteil der E Auto-Suchen in den ersten 18 Tagen im März im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Februar verdreifacht hat - von zwölf auf 36 Prozent. Gleichzeitig erhielten Autohändler 66 Prozent mehr Anfragen zu gebrauchten Elektrofahrzeugen.”



Schöner Clickbait. Es gibt bis dato nur einen Anstieg in Anfragen, aber bisher keine in Käufe.
Wie auch im Artikel erwähnt, gibt es immer noch Probleme und Sorgen mit der Ladeinfrastruktur. Auch wen Beatrix Keim im Artikel behauptet, man müsse sich ja keine Sorgen machen, weil es ja so viele Ladesäulen gibt. Klar wenn man Stecker mit Tankstelle vergleicht. Man muss schon Stecker und Zapfpistole vergleichen + Lade und Tankdauer + Standzeit, also die Zeit in die man eine Zapfpistole bzw. Ladesäule ohne aktiven Vorgang blockiert. Dazu dann auch noch die Zahlen für Autobahn und Destination Charger (Kundenparkplätze).
E-Autos sind schön praktisch, wenn man am Ende des Tages sein Auto abstellen kann, es einstecken kann und dann am nächsten Tag es wieder ausstecken kann. Öffentlich gibt es kaum solche Ladesäulen und wenn, dann nur sehr punktuell. Ich bin weder bereit mein Supermarkt oder Discounter zu wechseln, damit ich laden kann, öfters einkaufen zu fahren, damit mein Auto geladen wird, noch extra Zeit aufzuwenden, damit es lädt und dann wieder nach Hause zu fahren.
Zeit ist auch Geld Wert. Ich habe hier keinen Stellplatz mit Ladesäule. Ich habe gerade mal just vor Fun ausgerechnet, wie viel ich mit einem E-Auto rein an Tankkosten vs. Stromkosten sparen würde. 60€ im Monat. Wenn mein Vermieter eine Garage mit Stromanschluss hier vermieten würde (tut er nicht, aber Andersorts will der 135€ im Monat), würde ich drauf zahlen.
Edit:
Ich hab nicht bedacht, dass die kWh bei einer Garage günstiger wäre. In meinem Fall ca. 0,30€ pro kWh und weniger Grundgebühr. Am Ende würde ich aber dennoch 12€ pro Monat drauf zahlen.
Edit Ende
Gerechnet habe ich mit 14,3kWh/100km vs 5,5L/100km. Strom 0,56€/kWh + 8,90€ im Monat (Tarif der örtlichen Ladesäulen). 2,30€ den Liter. 66km pro Tag, 5 Tage die Woche, 4,5 Wochen im Monat.
Natürlich kostet ein Elektro weniger an Wartung, aber man muss auch die Kosten für den Wechsel betrachten. Auch habe ich beim E-Auto nur den kombinierten Verbrauch auf dem Papier vs. effektiver Verbrauch bei meinem Diesel verglichen.
Würde ich ein neues Auto brauchen und die Ladesituation wäre mir bequem, würde ich wechseln, weil es ein logischer Schritt ist. Beides trifft aber aktuell nicht zu.
Na ja, nicht bei jedem ist der Leidensdruck so hoch, dass es sich in konkreten Veränderungen auswirkt. Manche haben halt das Geld einfach über.
Wobei ich mich schon frage, wie gross die Schnittmenge der Leute ist, die über zu teuren Sprit jammern, weil sie so viel Auto fahren müssen und keinen ÖPNV haben, und denen, die sehr wohl was ändern können, denen es aber auch zu viel wäre, mal 10 Minuten zu Fuß zu gehen.
Über die Preise kann man ja immer meckern. Ich war das letzte mal im Oktober tanken, weil ich seit dem im HO bin. Meine Mutter durfte die letzten 3 male bezahlen, weil sie öfters damit fährt und auch vorher nie was abgedrückt hat. Ich musste also bisher nicht unter den hohen Preisen leiden.
Ändern kann man immer was. Ich bin Jahrelang mit dem ÖPNV gefahren, aber die Fahrzeit hat mir einfach nicht geschmeckt. Während Corona war es angenehmer, aber danach wurde es noch schlimmer, im Vergleich vor Corona. 105 bis 120 Minuten pro Strecke vs. 35 bis 45 Minuten (üblicherweise) ist schon ein harter unterschied.
Natürlich gibt es einige die leicht umsteigen können. Wenn ich ein eigenes Haus hätte und das Geld, dann PV + Speicher + E-Auto. Da müsste ich nicht groß nachdenken. Selbst wenn ich nur auf der Arbeit laden könnte, dann würde ich es machen. Weniger als die Hälfte bewohnen Eigentum. Nicht jedes Haus hat die Möglichkeit einer Garage oder Stellplatz. Wobei dann muss man auch die Wohnungen mit Tiefgarage und extra Stellplätzen bedenken, wo auch schon Ladeinfrastruktur ausgebaut wurde. Kommt halt darauf an, wo man wohnt und was man hat.
Wieso würdest du bei 135€ für die Garage drauf zahlen, wenn der Strom dann nur noch 25ct kostet?
Stimmt, das hatte ich nicht bedacht. Die kWh läge aber bei 0,3036 + Grundgebühr, beim lokalen Stromanbieter für die Ladesäule. Wäre aber immer noch ein draufzahlen von ca. 12€. Davon muss ich knapp 1€ pro Monat abziehen, denn ich bei meiner Versicherung sparen würde, weil er in einer Garage steht. Keine Ahnung ob das genau so wenig ausmacht, bei einem anderen Auto.
Die 12€ mehr im Monat sind zwar immer noch was man draufzahlen muss. Im Winter spart man sich aber das Kratzen und ich denke mal auch die Klimaanlage kann man auch vorab starten, was Komfort ist. Allerdings war der Strom auch mal teurer (überm Hausanschluss ist der immer noch teurer) und Diesel war auch mal deutlich günstiger.
Unterm Strich macht aktuell das Tauschen nur bedingt Sinn, um kurzfristig zu sparen.