Die Schlagzeile sitzt: „Virtuelle Vergewaltigung." Schauspielerin Collien Fernandes hat in Spanien Strafanzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet.
Hey Jens,
da möchte ich dir unbedingt widersprechen. Ich finde diesen Satz sehr treffend:
Männer fühlen sich angegriffen, während Frauen täglich angegriffen werden
Und genau das passiert gerade bei dir: Du fühlst dich angegriffen. Dabei geht es erstmal darum die Situation zu erkennen und zu benennen. Männer sind für Frauen mit Abstand die allergrößte Gefahr. Im eigenen zuhause, systemisch geschützt. Sie bekommen über Pornos, Deutsch-Räp und ihren Chef ständig Frauenhass und patriarchale Abwertung ins Leben gerotzt. Da kann ich den Zorn und die Verzweiflung absolut nachvollziehen. Dein Vergleich mit dem Afghanen hinkt hart, weil “die Ausländer” halt einfach pauschal kein Problem sind, “die Männer” und ihre Machtstrukturen aber schon.
Ich antworte mal gleichzeitig auf deine beiden Beiträge und muss dir leider etwas widersprechen. Wenn du zum Beispiel mal in die polizeiliche Kriminalstatistik guckst, dann wirst du feststellen, dass Partnerschaftsgewalt auch von Frauen ausgehen kann. Genauer gesagt sind bei 20% der bekannt gewordenen Fälle Männer die Opfer und 1/4 der Täter sind Täterinnen. Die Dunkelziffer in diesen Fällen wird übrigens enorm sein, gerade da sich weibliche Partnerschaftsgewalt anders und weniger in Form von direkten Körperverletzungen zeigt und mehr über psychische Gewalt. Schaust du in andere Statistiken, wirst du feststellen, dass z.B. 2/3 der Opfer von Gewalttaten männlich sind oder dass auch Männer bei den Gewaltdelikten im öffentlichen Raum viel häufiger Opfer sind.
So wie du argumentierst und wie es dann leider auch in den entsprechenden Bubbles üblich ist, Ist es dann einfach viel zu unterkomplex und damit falsch. Du etwa hast zum Beispiel einfach mal 20% der Opfern von Partnerschaftsgewalt völlig ins Gesicht gespuckt. Du behauptest, dass alle Männer sich Deutschrap und Gewaltpornos reinziehen. Unten attackierst du einfach mal extrem pauschal alle “Männer-Egos” als fragil. Von allen 42 Millionen Männern des Landes. Und das zieht sich dann einmal durch alle Argumentationsmuster: Eben noch drüben bei Mastodon einen Post gesehen, dass Männer ja angeblich alle nachts ohne Angst durch die Straßen gehen und nie einen Schlüssel in der Faust als Selbstverteidigung gehalten hätten.
Und jetzt kommt der springende Punkt, und ich bitte dich, den wirklich in Ruhe und ohne Wut durchzulesen: Solche Aussagen widersprechen eben den Lebenserfahrungen, die du als Mann gemacht hast. Du kriegst natürlich mit, wenn im Freundeskreis Scheiße in Partnerschaften passiert, und es ist dann halt auch häufig eben weiblich. Weil dein Kumpel halt dann auf deiner Couch pennt oder sich doch hart ausheult. Du kriegst halt auch mit, wenn Freunde und Bekannte Gewalt auf der Straße erfahren haben. Und du kennst natürlich auch entsprechende Unsicherheitssituationen da draußen. Die Chancen sind auch nicht klein, dass dir selber schon mal Gewalt angetan wurde. Die Person, die im Freundeskreis Opfer von Fakeprofilen wurde, war ein Mann und die Ex-Freundin steckte wohl dahinter. Wurde nie gerichtlich/polizeilich nachgewiesen, aber der Zusammenhang zur Trennung war glasklar. Und wenn du dann entsprechende feministische Posts liest, die einfach so pauschal Männer attackieren, dann holt das dich schlicht und einfach nicht ab. Nicht wegen eines fragilen Egos, sondern einfach, weil es halt falsch ist. Partnerschaftsgewalt ist kein männliches Problem. Partnerschaftsgewalt ist nicht angeborene Eigenschaft von Menschen, die Penisse besitzen, sondern ein viel, viel komplexeres Thema, das auch von Frauen ausgeht. Und um wirklich etwas gegen die Ursachen zu machen, reicht es halt nicht ins Internet zu schreiben, dass Männer alle Gewaltpornos und Deutschrap gucken und daher alle Monster sind.
Wo genau möchtest du ihm widersprechen? Dass diese Art von pauschalisierenden Diskussionen existiert? Oder dabei, dass sich solche Vorwürfe auf “Ally”-Männer negativ auswirken können? Mehr Meinungen habe ich in seinem Kommentar nicht gefunden.
Oder widersprichst du dabei, dass diese pauschalen Vorwürfe problematisch sind?
Wenn Männer-Egos es nicht aushalten, auch mal eine Ansage zu schlucken, die sie gar nicht direkt gemeint hat, dann sind die vielleicht gar nicht so verbündet wie sie sich gerne geben. Dann sollten sie nicht jammern und die Unterstützung verweigern, sondern einfach schweigen und aus dem Weg gehen.
Nein, danke. Ich unterstütze Feminismus aus demselben Grund, aus dem ich gegen Sexismus und Rassismus bin: jeder Mensch verdient ein gutes Leben & faire Behandlung. Du hast vollkommen Recht damit, dass wir in vielen Dimensionen von diesem Ziel noch weit entfernt sind, und dass Frauen gerade bezüglich Gewalt und Missbrauch überproportional leiden. Hier muss politisch noch viel passieren, und ich setze meine Stimme wann immer möglich dafür ein.
Aber das ist kein Freifahrtschein für offene Misandrie! Dabei ist es vollkommen egal, ob die Person vielleicht wirklich nur eine Untergruppe von Männern treffen möchte - wenn sie ihre Aussagen so formuliert, dass “Männer” (ohne Spezifizierung) oder “alle Männer” (explizit) angesprochen werden, dann ist diese Aussage nicht besser als eine vergleichbare misogynistische oder rassistische Aussage.
Ich halte Sexismus nie für akzeptabel, egal ob die Aussage von einer Person mit oder ohne Penis kommt.
Jetzt reden wir halt schon wieder über dich, deine Meinung und möglichen Sexismus gegen Männer. Dabei geht es in der Debatte ja genau darum, dass wir endlich mal still sind und Frauen auch wütend sein lassen.
Wenn wir irgendwann ein ganzes Musikgenre haben, das über Männerhass rappt und von mehr als der Hälfte aller Schülerinnen zwischen 12 und 25 gehört wird, wenn eine Frau jeden zweiten Tag ihren Mann tötet, sie zu 95% an Konzernspitze und zu 75% in der Regierung sitzen, sich an unseren Kindern vergehen und mit ihren Sportwagen durch die 30 Zone brettern, dann können wir diese Diskussion ja nochmal starten.
Komisch, oder? Da erklärst du jemandem wieso man Sexismus gegen eine Gruppe von Menschen still und passiv zu akzeptieren hat, und die Person argumentiert einfach frech dagegen auf moralischer Basis! Was fällt mir nur ein?!
Es ist erschreckend zu sehen dass es wirklich Leute gibt, die bei “Sexismus gegen Frauen” das Problem nicht beim Sexismus sehen, sondern ausschließlich beim gegen Frauen. Traurigerweise ist deine Position aber nicht nur moralisch verwerflich - auch rein pragmatisch gesehen schadet das Vergraulen von Verbündeten allen Frauen, egal ob sie deiner Meinung nach “vielleicht gar nicht so verbündet [sind,] wie sie sich gerne geben”. Aber ich bekomme nicht dass Gefühl, dass du solche Faktoren für relevant hältst.
Hey Jens,
da möchte ich dir unbedingt widersprechen. Ich finde diesen Satz sehr treffend:
Und genau das passiert gerade bei dir: Du fühlst dich angegriffen. Dabei geht es erstmal darum die Situation zu erkennen und zu benennen. Männer sind für Frauen mit Abstand die allergrößte Gefahr. Im eigenen zuhause, systemisch geschützt. Sie bekommen über Pornos, Deutsch-Räp und ihren Chef ständig Frauenhass und patriarchale Abwertung ins Leben gerotzt. Da kann ich den Zorn und die Verzweiflung absolut nachvollziehen. Dein Vergleich mit dem Afghanen hinkt hart, weil “die Ausländer” halt einfach pauschal kein Problem sind, “die Männer” und ihre Machtstrukturen aber schon.
Ich antworte mal gleichzeitig auf deine beiden Beiträge und muss dir leider etwas widersprechen. Wenn du zum Beispiel mal in die polizeiliche Kriminalstatistik guckst, dann wirst du feststellen, dass Partnerschaftsgewalt auch von Frauen ausgehen kann. Genauer gesagt sind bei 20% der bekannt gewordenen Fälle Männer die Opfer und 1/4 der Täter sind Täterinnen. Die Dunkelziffer in diesen Fällen wird übrigens enorm sein, gerade da sich weibliche Partnerschaftsgewalt anders und weniger in Form von direkten Körperverletzungen zeigt und mehr über psychische Gewalt. Schaust du in andere Statistiken, wirst du feststellen, dass z.B. 2/3 der Opfer von Gewalttaten männlich sind oder dass auch Männer bei den Gewaltdelikten im öffentlichen Raum viel häufiger Opfer sind.
So wie du argumentierst und wie es dann leider auch in den entsprechenden Bubbles üblich ist, Ist es dann einfach viel zu unterkomplex und damit falsch. Du etwa hast zum Beispiel einfach mal 20% der Opfern von Partnerschaftsgewalt völlig ins Gesicht gespuckt. Du behauptest, dass alle Männer sich Deutschrap und Gewaltpornos reinziehen. Unten attackierst du einfach mal extrem pauschal alle “Männer-Egos” als fragil. Von allen 42 Millionen Männern des Landes. Und das zieht sich dann einmal durch alle Argumentationsmuster: Eben noch drüben bei Mastodon einen Post gesehen, dass Männer ja angeblich alle nachts ohne Angst durch die Straßen gehen und nie einen Schlüssel in der Faust als Selbstverteidigung gehalten hätten.
Und jetzt kommt der springende Punkt, und ich bitte dich, den wirklich in Ruhe und ohne Wut durchzulesen: Solche Aussagen widersprechen eben den Lebenserfahrungen, die du als Mann gemacht hast. Du kriegst natürlich mit, wenn im Freundeskreis Scheiße in Partnerschaften passiert, und es ist dann halt auch häufig eben weiblich. Weil dein Kumpel halt dann auf deiner Couch pennt oder sich doch hart ausheult. Du kriegst halt auch mit, wenn Freunde und Bekannte Gewalt auf der Straße erfahren haben. Und du kennst natürlich auch entsprechende Unsicherheitssituationen da draußen. Die Chancen sind auch nicht klein, dass dir selber schon mal Gewalt angetan wurde. Die Person, die im Freundeskreis Opfer von Fakeprofilen wurde, war ein Mann und die Ex-Freundin steckte wohl dahinter. Wurde nie gerichtlich/polizeilich nachgewiesen, aber der Zusammenhang zur Trennung war glasklar. Und wenn du dann entsprechende feministische Posts liest, die einfach so pauschal Männer attackieren, dann holt das dich schlicht und einfach nicht ab. Nicht wegen eines fragilen Egos, sondern einfach, weil es halt falsch ist. Partnerschaftsgewalt ist kein männliches Problem. Partnerschaftsgewalt ist nicht angeborene Eigenschaft von Menschen, die Penisse besitzen, sondern ein viel, viel komplexeres Thema, das auch von Frauen ausgeht. Und um wirklich etwas gegen die Ursachen zu machen, reicht es halt nicht ins Internet zu schreiben, dass Männer alle Gewaltpornos und Deutschrap gucken und daher alle Monster sind.
Wo genau möchtest du ihm widersprechen? Dass diese Art von pauschalisierenden Diskussionen existiert? Oder dabei, dass sich solche Vorwürfe auf “Ally”-Männer negativ auswirken können? Mehr Meinungen habe ich in seinem Kommentar nicht gefunden.
Oder widersprichst du dabei, dass diese pauschalen Vorwürfe problematisch sind?
Wenn Männer-Egos es nicht aushalten, auch mal eine Ansage zu schlucken, die sie gar nicht direkt gemeint hat, dann sind die vielleicht gar nicht so verbündet wie sie sich gerne geben. Dann sollten sie nicht jammern und die Unterstützung verweigern, sondern einfach schweigen und aus dem Weg gehen.
Nein, danke. Ich unterstütze Feminismus aus demselben Grund, aus dem ich gegen Sexismus und Rassismus bin: jeder Mensch verdient ein gutes Leben & faire Behandlung. Du hast vollkommen Recht damit, dass wir in vielen Dimensionen von diesem Ziel noch weit entfernt sind, und dass Frauen gerade bezüglich Gewalt und Missbrauch überproportional leiden. Hier muss politisch noch viel passieren, und ich setze meine Stimme wann immer möglich dafür ein.
Aber das ist kein Freifahrtschein für offene Misandrie! Dabei ist es vollkommen egal, ob die Person vielleicht wirklich nur eine Untergruppe von Männern treffen möchte - wenn sie ihre Aussagen so formuliert, dass “Männer” (ohne Spezifizierung) oder “alle Männer” (explizit) angesprochen werden, dann ist diese Aussage nicht besser als eine vergleichbare misogynistische oder rassistische Aussage.
Ich halte Sexismus nie für akzeptabel, egal ob die Aussage von einer Person mit oder ohne Penis kommt.
Jetzt reden wir halt schon wieder über dich, deine Meinung und möglichen Sexismus gegen Männer. Dabei geht es in der Debatte ja genau darum, dass wir endlich mal still sind und Frauen auch wütend sein lassen.
Wenn wir irgendwann ein ganzes Musikgenre haben, das über Männerhass rappt und von mehr als der Hälfte aller Schülerinnen zwischen 12 und 25 gehört wird, wenn eine Frau jeden zweiten Tag ihren Mann tötet, sie zu 95% an Konzernspitze und zu 75% in der Regierung sitzen, sich an unseren Kindern vergehen und mit ihren Sportwagen durch die 30 Zone brettern, dann können wir diese Diskussion ja nochmal starten.
Komisch, oder? Da erklärst du jemandem wieso man Sexismus gegen eine Gruppe von Menschen still und passiv zu akzeptieren hat, und die Person argumentiert einfach frech dagegen auf moralischer Basis! Was fällt mir nur ein?!
Es ist erschreckend zu sehen dass es wirklich Leute gibt, die bei “Sexismus gegen Frauen” das Problem nicht beim Sexismus sehen, sondern ausschließlich beim gegen Frauen. Traurigerweise ist deine Position aber nicht nur moralisch verwerflich - auch rein pragmatisch gesehen schadet das Vergraulen von Verbündeten allen Frauen, egal ob sie deiner Meinung nach “vielleicht gar nicht so verbündet [sind,] wie sie sich gerne geben”. Aber ich bekomme nicht dass Gefühl, dass du solche Faktoren für relevant hältst.