Die Klimakrise ist real - doch die grüne Transformation stößt auf wachsenden Widerstand. Soziologe Philipp Staab erklärt im Interview, warum viele Menschen Klimaschutzmaßnahmen nicht als Fortschritt, sondern als Bedrohung empfinden, weshalb selbst Profiteure der Energiewende kaum Enthusiasmus zeigen - und wie die AfD den kollektiven Frust geschickt für sich nutzt. Sein Befund: Die Gesellschaft steckt in einer tiefen Identitätskrise, in der Angst die Hoffnung verdrängt hat.



Deine Position steckt sowas von in den 80ern fest. Wir sind nicht ausgestiegen wegen Tschernobyl, sondern weil Atomkraftwerke teuer sind, im Bau ewig brauchen, elend teuer im Unterhalt sind, wegen den aufwändigen Prüfungen, dann im Rückbau nochmal elends teuer, dann die elends teuere Müllentsorgung, im Sommer nicht mehr betrieben werden können wegen Wassertemperatur oder niedrigem Grundwasserspiegel, und dann irgendwann erst kommen noch die paar Bedenken wegen Sicherheit dazu, in den 2000ern hauptsächlich wg. Terrorismus, nicht Unfällen.
Es hat schon seinen Grund, dass wenn man diese Kosten alle den Betreiber zahlen lässt (und damit in den Strompreis einrechnet), anstatt den Steuerzahler hinterher blechen zu lassen, auf einmal niemand mehr Atomkraftwerke betreiben will. Es rechnet sich nicht.
Der Fehler nach dem Beschluss des Ausstiegs war schlicht und einfach, dass die Erneuerbaren-Industrie von Altmaier ge-Altmaiert wurde. Das und dass man dann voll auf Kohlekraft gesetzt hat kannst du nicht den Linken und Grünen anlasten.