Die lokale CDU kopiert im Landtagswahlkampf offen die Kulturkampf- und Fake News-Strategien der AfD. Wie man etwas durch Verdopplung halbieren will, wissen nur die Rechenexperten der Partei. Immerhin: Am Vorwurf der mangelnden Schulbildung scheint schon länger etwas dran zu sein, wenn in nur drei Sätzen des Wahlkampf-Flyers zwei bis fünf Fehler stecken… Was darf Satire?


Die Praxis, verheiratete Frauen mit “Frau [Vorname des Ehemanns] [Nachname]” anzureden, wie “Frau Herbert Müller” für Elisabeth Müller, war eine traditionelle bürgerliche Umgangsform im deutschsprachigen Raum, die vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert üblich war. Sie diente der eindeutigen Identifikation der Ehefrau als Gattin eines bestimmten Mannes und wurde in ländlichen oder kleinbürgerlichen Kreisen verwendet, wo Vornamen zur Unterscheidung halfen.
Diese Anrede entstand aus höfischen und ständischen Konventionen der frühen Neuzeit, wo Ehefrauen oft als “Frau [Vorname/Titel des Mannes]” angeredet wurden, um die Zugehörigkeit zu betonen – ähnlich wie bei Adligen (“Frau Gräfin”).
Die Form war bis in die 1950er-1960er Jahre gebräuchlich, verschwand aber mit der Namensreform 1976 und zunehmender Emanzipation weitgehend zugunsten von “Frau [eigener Vorname] [Nachname]”. Heute gilt sie als veraltet und wird selten verwendet.
Wieder was gelernt — vielen Dank!
“Nie” wäre mir da lieber, aber gut, man nimmt was man kriegt