Gedanken | Soll ich darüber froh sein behütet und in einer heilen Umgebung aufgewachsen zu sein?
Als ich Anfang der '80er Jahre fünf Jahre alt war haben meine Eltern ein Haus auf dem Land gebaut und wir sind dorthin gezogen, aus der Stadt. Für mich war es eine 100%ige Veränderung. Die Luft war sauber, meine chronische Bronchitis die ich auf Grund der Abgase des Zementwerkes und der vielen Autos in der Stadt hatte war noch einem halben Jahr Geschichte. Ich hatte viel Platz und das was man gerne als eine schöne heile Welt bezeichnet. Die Kehrseite war das man für alles das man nicht vor Ort hatte die Eltern brauchte um einen dorthin zu bringen, das man von der Politik allenfalls vom Fernsehen und aus der konservativen Ecke mitbekam. Das man auf das was das Dorf bot beschränkt war und das war auch damals vor dem großen Sterben der Vereine nicht viel. Geändert hat sich das erst als ich wegen der Schule mobiler wurde, nach Außerhalb musste, als ich irgendwann ein eigenes Auto hatte und nun als nächster Schub als ich in die Stadt gezogen bin.
Persönlich habe ich von meiner Kindheit und Jugend positive als auch negative Erinnerungen und Erfahrungen mitgenommen. Die Natur, die relative Freiheit und der viele Raum den ich hatte war positiv, aber es gab auch sehr viel negatives, was auch damit zusammenhing das ich mich für andere Gleichaltrige interessierte, das ich kaum Menschen hatte mit denen ich mich über das was mich beschäftigte austauschen konnte hatte, das ich lange in dieser kleinen Welt eingeschlossen war und das sie sehr konservativ geprägt war.
#Gedanken #Kindheit #Erinnerung #Erfahrung #Dorf #HeileWelt #Vergangenheit @dach


@5715 Ja dem kann ich so zustimmen, nur das es mich zwei Jahrzehnte früher dorthin verschlagen hat, noch dazu in einen einigermaßen abgelegenen Winkel.
Ich bin überhaupt nicht behütet aufgewachsen. Weder wurden meine (Grund) bedürfnisse erfüllt, noch wurde ich vor Gewalt und Übergriffen bewahrt. Wenn ich etwas wollte, musste ich das selbst organisiert. Dass ich im dörflichen Rand einer Großstadt aufwuchs, welcher mit der Straßenbahn verbunden war, war wirklich hilfreich. Sportverein und Jugendarbeit haben mich stark geprägt und unterstützt. Meine Kinder habe ich mit meinem Mann in einer Kleinstadt aufgezogen. Dort leben beide noch heute, was für mich natürlich sehr schön ist, weil wir ein enges Verhältnis zueinander haben.