Ein deutscher Landesinnenminister verbietet eine rechtsextreme Partei in seinem Bundesland. Unmöglich? Vor 66 Jahren fand genau das statt. Der Mann hieß August Wolters und war CDU-Politiker. In den Jahren der Weimarer Republik war er Mitglied der katholisch geprägten Zentrumspartei und christlicher Gewerkschafter gewesen. Nach dem Krieg gründete er mit anderen die CDU in Trier, seit 1948 war Wolters mehr als zehn Jahre Landtagspräsident in Mainz, bevor er 1959 Innenminister von Rheinland-Pfalz wurde.

Am 26. Januar 1960 löste er den Landesverband Rheinland-Pfalz der rechtsextremen Deutschen Reichspartei (DRP) auf. Auch der „Jungen Kameradschaft“, der Jugendorganisation der Partei, wurde jede weitere Tätigkeit untersagt. In der aktuellen Debatte über ein Teilverbot der AfD, etwa des Landesverbands Thüringen unter Björn Höcke, wird öfters behauptet, dass es ein solches Verbot in einem Bundesland noch nie gegeben habe. Doch der Fall zeigt, dass das so nicht stimmt.

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