Der Ausbau der dezentralen Energieerzeugung offenbart immer wieder Defizite bei der IT-Sicherheit marktführender Hardware. Im Fokus steht erneut die chinesische Firma Hoymiles, die nach eigenen Angaben rund 20 Prozent des europäischen Marktes für Mikrowechselrichter bedient. Diese sind in Balkonkraftwerken und kleineren Dachsolaranlagen verbaut. Der Sicherheitsforscher Benedikt Heinz alias Hunz hat zusammen mit dem Chaos Computer Club (CCC) weitreichende Sicherheitslücken aufgedeckt: Mit einfachen Mitteln aus der elektronischen Grabbelkiste und wenig Know-how ist es demnach möglich, Solaranlagen in der Nachbarschaft im Vorbeifahren zu manipulieren, abzuschalten oder dauerhaft unbrauchbar zu machen.



Not so fun fact: In den Kommentaren bei Heise gibt’s auch Berichte von Leuten, deren Solaranlagen von Nachbarn sabotiert wurden.
Besonders bedenklich, weil Manipulation auch Brände auslösen können oder per Firnware-Update der Wechselrichter dauerhaft unbrauchbar (gebrickt) werden kann, und das auch eine Drohne im Vorbeifliegen kann. Bei einem Marktanteil von 20% ist letzteres auch ein Risiko für’s Stromnetz.
…und wenn es eine enge Nachbarschaft ist, dann brennen die sabotierenden Nachbarn auch gleich selber mit ab, und Darwin lässt schön grüßen.
Zum Stromnetz steht ja das im Artikel:
Kann nicht einschätzen, ob das stimmt.
Solaranlagen machen das ständig. Liegt an den Clouds.
Das verteilt sich aber und ist nicht so abrupt.
Nun, es ist ein Unterschied, ob da über Stunden eine Sturmfront aufzieht, oder Gigawatt an Kapazität gleichzeitig abgeschaltet werden. In Spanien hat’s letztes Jahr nicht geklappt.
Und wenn das Stromnetz auf Sicherheit vor Sabotage ausgelegt wäre, wären solche Produkte gar nicht erst am Markt.
Das halte ich für einen Irrtum, denn es gibt ja allgemeine technische Prüfungen, aber die gehen eben nicht so tief in den “Hacking”-Bereich, so dass die Angreifbarkeit der Geräte eben erst jetzt “hinterher” bekannt geworden ist.
Auch zu bedenken: hier ist nicht irgendeine zentrale Netz-Steuerung anfällig, sondern das Kleinzeug in privaten Anlagen.
Irgendwann mal werden vielleicht solche tiefgreifenden IT-Prüfungen schon vor einer Marktzulassung Pflicht und auch überall durchgesetzt, z.B. der EU Cyber Resilience Act zeigt schon in diese Richtung, also aus der “reinen” IT hinaus in alle IT-benutzenden Industrien hinein.
Kommt drauf an, in der Größenordnung eines Blocks eines großen Kohlekraftwerks sollte mindestens drin sein, also so 1 GW. Für gewöhnlich spielen die Netzbetreiber täglich mögliche Szenarien durch um vorbereitet zu sein.