Zunächst war das Paar untergetaucht - nun steht es in Horb vor Gericht. Die Eltern hatten ihren kranken Sohn nicht zum Arzt gebracht. Der Zweijährige starb an einer Bronchitis.
Im großen und ganzen stimme ich dir hier zu: Bis es zu dem Punkt kommt, dass jemand stirbt, dürfte es eine Menge Indizien gegeben haben, dass was falsch ist. Eben deswegen ist dieser letzte, fatale Irrtum meiner Laien-Meinung nach eine grob fahrlässige Tötung.
Ich kann jedoch auch aus persönlicher Erfahrung sagen, dass es sehr leicht ist, sich solche Indizien schönzureden oder auszublenden (“Also das war wirklich nicht klar ausgeschildert, das ist ja eine Unverschämtheit”), und wenn überhaupt, dann höchstens irgendwann im Rückblick festzustellen “Eigentlich hätte ich es an diesem oder jenem Punkt schon merken müssen.” Ich glaube, wenn sie weiterhin der vollen Überzeugung wären, im Recht zu sein, hätten stolzer Trotz und Zorn auf das Unrecht, das ihnen widerfährt, den Schmerz unterdrückt.
Der “Abfall” vom Glauben ist das Ergebnis eines Abrutschens. Das ist kein plötzliches Umdenken, sondern ein längeres Ringen mit solchen Unstimmigkeiten. Für mich ist das Weinen ein Indiz, dass ihre Überzeugung zumindest am Rutschen ist. Ob sie sich wieder “fangen”, erst recht daran festhalten und auch künftig Straßensperren ignorieren, können wir schlecht abschätzen. Da bricht die Metapher etwas auseinander, aber ob das der Teer-Moment war, an dem ihre hartnäckige Selbsttäuschung zusammenbricht, ist erst im Nachhinein erkennbar.
Mein Punkt ist eigentlich die Nuance, dass es nicht (nur) um das erwischt werden geht, sondern um die Konfrontation mit ihren Fehlern, die das “erwischt werden” darstellt, und deren Implikationen für ihre Überzeugung, ihr soziales Umfeld und, wie du sagst, ihre Persönlichkeit.
Im großen und ganzen stimme ich dir hier zu: Bis es zu dem Punkt kommt, dass jemand stirbt, dürfte es eine Menge Indizien gegeben haben, dass was falsch ist. Eben deswegen ist dieser letzte, fatale Irrtum meiner Laien-Meinung nach eine grob fahrlässige Tötung.
Ich kann jedoch auch aus persönlicher Erfahrung sagen, dass es sehr leicht ist, sich solche Indizien schönzureden oder auszublenden (“Also das war wirklich nicht klar ausgeschildert, das ist ja eine Unverschämtheit”), und wenn überhaupt, dann höchstens irgendwann im Rückblick festzustellen “Eigentlich hätte ich es an diesem oder jenem Punkt schon merken müssen.” Ich glaube, wenn sie weiterhin der vollen Überzeugung wären, im Recht zu sein, hätten stolzer Trotz und Zorn auf das Unrecht, das ihnen widerfährt, den Schmerz unterdrückt.
Der “Abfall” vom Glauben ist das Ergebnis eines Abrutschens. Das ist kein plötzliches Umdenken, sondern ein längeres Ringen mit solchen Unstimmigkeiten. Für mich ist das Weinen ein Indiz, dass ihre Überzeugung zumindest am Rutschen ist. Ob sie sich wieder “fangen”, erst recht daran festhalten und auch künftig Straßensperren ignorieren, können wir schlecht abschätzen. Da bricht die Metapher etwas auseinander, aber ob das der Teer-Moment war, an dem ihre hartnäckige Selbsttäuschung zusammenbricht, ist erst im Nachhinein erkennbar.
Mein Punkt ist eigentlich die Nuance, dass es nicht (nur) um das erwischt werden geht, sondern um die Konfrontation mit ihren Fehlern, die das “erwischt werden” darstellt, und deren Implikationen für ihre Überzeugung, ihr soziales Umfeld und, wie du sagst, ihre Persönlichkeit.