Ob Hotel, Restaurant oder Kreuzfahrt: "Adults only"-Angebote liegen im Trend. Ist das problematisch? Unsere Autorin findet: nein – und ja. Denn es verrät viel darüber, wie wir als Gesellschaft über Kinder denken und welchen Stellenwert wir ihnen einräumen.
Ich bin Jugendleiter seit ein paar Jahren, und was manche Kinder da anstellen ist wirklich unter aller sau
Its not all kids, but its always kids, sozusagen
Vor jedem essen lassen wir die Kinder (so 5-10, Kleingruppe) ne Stunde lang nur spiele spielen und rumlaufen (abgesehen vom Hauptprogramm natürlich). Trotz dessen schaffen die es nicht, sich für 15-20 Minuten beim essen hinzusetzen und ihre Finger bei sich zu lassen. Es wurde teilweise wirklich so laut, dass man schreien musste, um sich gegenseitig zu verstehen.
Such in 2er Gruppen schaffen sie es nicht in einen Friedhof zu gehen (Aufklärung) ohne dass eine von ihnen vor einem Haufen Rentnern 67 schreit.
Ich habe zwar persönlich noch keine Kinder (außer Kleinkinder und Kindern in normalem ton) treffen dürfen, aber ich würde verstehen, zB für ein date lieber in ein Kinderfreies lokal zu gehen.
Mmmnaja, das kann man aber auch von Rentern sagen: “Wie manche Rentner sich benehmen, ist unter aller Sau.”
Oder Autofahrer: “Wie manche Autofahrer fahren, ist echt haarstraeubend.”
Also würde ich das nicht spezifisch als Kinderproblem sehen - wegen den obigen Gegenchecks.
Vielleicht ist es eher so, dass wir früher gewohnt waren, dass Kinder die Klappe halten, aufs Wort gehorchen, machen was gesagt wird. Oder kurz: keine Rechte haben und kein Standing haben dürfen.
Ich finde in den letzten Jahren hat sich sehr viel positives an den Kinderechten getan und die Kindererziehung ist allgemein viel fürsorglicher geworden. Kinder werden als Person gesehen.
Wenn der Jürgen am Essenstisch wieder und wieder über Habeck schimpft, dann nervt das und wird hingenommen.
Wenn Finn zu viel Restenergie am Essenstisch hat und mit den Kartoffeln rumschnipst, dann wird geschimpft um ihn zu kontrollieren und zur Ruhe zu bringen.
Natürlich nervt das und ist anstrengend. Vor 20 Jahren wären Finn dann in den Nebenraum gesetzt worden, wo er alleine essen soll. Um ihn zu domestizieren.
Vor 40 Jahren hätte es eine Ohrfeige gegeben.
Vor 60 Jahren das Lineal auf die Finger.
Ich finde es schon gut, wie es heute ist. Kinder sollen sich auch mal trauen gegenzuhalten und Widerstand zu wagen. Diese Scheisse mit dem ganzen Kindesmissbrauch in der Kirche, Schullandheimen, Pfadfinderlagern, Sportclubs und Sängerknaben funktionierte nur, weil Kinder es gewohnt waren unterdrückt zu werden.
Ich bin Jugendleiter seit ein paar Jahren, und was manche Kinder da anstellen ist wirklich unter aller sau
Its not all kids, but its always kids, sozusagen
Vor jedem essen lassen wir die Kinder (so 5-10, Kleingruppe) ne Stunde lang nur spiele spielen und rumlaufen (abgesehen vom Hauptprogramm natürlich). Trotz dessen schaffen die es nicht, sich für 15-20 Minuten beim essen hinzusetzen und ihre Finger bei sich zu lassen. Es wurde teilweise wirklich so laut, dass man schreien musste, um sich gegenseitig zu verstehen.
Such in 2er Gruppen schaffen sie es nicht in einen Friedhof zu gehen (Aufklärung) ohne dass eine von ihnen vor einem Haufen Rentnern 67 schreit.
Ich habe zwar persönlich noch keine Kinder (außer Kleinkinder und Kindern in normalem ton) treffen dürfen, aber ich würde verstehen, zB für ein date lieber in ein Kinderfreies lokal zu gehen.
Mmmnaja, das kann man aber auch von Rentern sagen: “Wie manche Rentner sich benehmen, ist unter aller Sau.”
Oder Autofahrer: “Wie manche Autofahrer fahren, ist echt haarstraeubend.”
Also würde ich das nicht spezifisch als Kinderproblem sehen - wegen den obigen Gegenchecks.
Vielleicht ist es eher so, dass wir früher gewohnt waren, dass Kinder die Klappe halten, aufs Wort gehorchen, machen was gesagt wird. Oder kurz: keine Rechte haben und kein Standing haben dürfen.
Ich finde in den letzten Jahren hat sich sehr viel positives an den Kinderechten getan und die Kindererziehung ist allgemein viel fürsorglicher geworden. Kinder werden als Person gesehen.
Wenn der Jürgen am Essenstisch wieder und wieder über Habeck schimpft, dann nervt das und wird hingenommen.
Wenn Finn zu viel Restenergie am Essenstisch hat und mit den Kartoffeln rumschnipst, dann wird geschimpft um ihn zu kontrollieren und zur Ruhe zu bringen.
Natürlich nervt das und ist anstrengend. Vor 20 Jahren wären Finn dann in den Nebenraum gesetzt worden, wo er alleine essen soll. Um ihn zu domestizieren.
Vor 40 Jahren hätte es eine Ohrfeige gegeben.
Vor 60 Jahren das Lineal auf die Finger.
Ich finde es schon gut, wie es heute ist. Kinder sollen sich auch mal trauen gegenzuhalten und Widerstand zu wagen. Diese Scheisse mit dem ganzen Kindesmissbrauch in der Kirche, Schullandheimen, Pfadfinderlagern, Sportclubs und Sängerknaben funktionierte nur, weil Kinder es gewohnt waren unterdrückt zu werden.