Gestern im EU Parlament beschlossen: Im Supermarkt dürfen künftig bestimmte genveränderte Lebensmittel ohne Kennzeichnung im Regal stehen. In rund zwei Jahren sollen die Regeln gelten. Außerdem wird es im Zuge der Zulassung der “Neuen GenTechnik” (NGT) auch viel einfacher möglich sein, Pflanzen und Gene zu patentieren. Selbst Gene aus alten Kulturpflanzensorten können - als angebliche Erfindungen - zukünftig patentiert werden. Das Ergebnis ist ein Sieg auf ganzer Linie für mächtige Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto, Corteva und Co., die sich in Zukunft die Patentanwälte und Rechtsabteilungen für die absehbaren Konflikte mit kleineren Züchtern und Bauern leisten können. Die Verlierer sind Mittelstand, Verbraucher*innen und die gentechnikfreie Landwirtschaft, wie etwa der Bio-Landbau. Der Vorschlag wurde von EVP (CDU/CSU), Liberalen (FDP) und extremrechten Parteien im EU Parlament ohne durch Sozialdemokraten, Grüne und Linke gewünschte Änderungen durchgewunken. Der Kapitalismus expandiert mit dieser Regelung auch in der EU in den Bauplan allen Lebens hinein: ins Genom.



Das Gegenteil ist der Fall: Es wäre ein riesiger Nutzen für die Allgemeinheit, bei ordentlicher freier Verfügbarkeit. Deshalb wird ja auch der Wahn von der bösen Gentechnik mit viel Geld verbreitet. Weil dann können sich nur wenige Auserwählte die durch überbordene Regulierung erzeugten enormen Kosten und die erwartbaren Rechtsstreitigkeiten leisten.
Abartige Möglichkeiten der Patentierung und die Monopoilisierung des Nahrungsmarktes ist kein Kollateralschaden der Gentechnik, sondern beabsichtigt und erzeugt durch die Beschränkung der Gentechnik in der Hand weniger Überreicher. Und du stehst (hoffentlich unwissentlich) auf der Seite, die für die Kapitalisierung eines Menschenrechts auf Kosten fast aller eintritt.