Für die Verteidigung des Glaubens sterben und andere fundamentalistische Auswüchse: Eine neue Studie zeigt, dass muslimische Jugendliche häufiger antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen vertreten
Für die Verteidigung des Glaubens sterben und andere fundamentalistische Auswüchse: Eine neue Studie zeigt, dass muslimische Jugendliche häufiger antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen vertreten
“Im Auftrag der Stadt hat ein Forscherteam 1200 Mädchen und Burschen im Alter von 14 bis 21 Jahren aus zehn ethnischen Gruppen interviewt. Vertreten sind Österreicher, Serben, Polen, Rumänen, Bosnier, Türken, Kurden, Syrer, Afghanen und Tschetschenen.”
“Unter den Jugendlichen mit Pflichtschulabschluss sagen 64 Prozent uneingeschränkt oder eher ja, unter den Maturanten nur 43 Prozent. Doch es gibt auch einen starken Unterschied nach Glaubensrichtung. 73 Prozent der schiitischen und 68 Prozent der sunnitischen Muslime definieren sich als sehr oder eher religiös. Von den Christen behaupten das nur 41 Prozent (katholisch) und 38 Prozent (orthodox) von sich.”
"Der Aussage, “alle Menschen sollten sich an die Regeln meiner Religion halten”, stimmen 36 Prozent der Muslime voll oder eher zu, das ist ein doppelt so hoher Anteil wie bei den Christen. "
"Das führt auf die Fährte der Erklärungen. Die Studienautoren sind natürlich weit von einer platten Antwort wie “weil sie eben Muslime sind” entfernt. Stattdessen filterte das Team Einflussfaktoren heraus, die antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen fördern.
Die Wechselwirkungen sind komplex. Niedrige Demokratiequalität in den Herkunftsländern spielt ebenso eine Rolle wie eher geringe Bildung. Hohe Religiosität wird speziell dann zum Problem, wenn sich die Betroffenen damit viel online beschäftigen – und zum Opfer der von Algorithmen servierten Propaganda werden. Generell sind junge Männer anfälliger.
Besonders starke Negativfaktoren sind auch Vereinsamung, Sinn- und Orientierungslosigkeit, was wiederum mit der wahrgenommenen Diskriminierung sowie einem auf Gehorsam und Bestrafung ausgelegten Erziehungsstil zusammenhängt. Besonders Jugendliche mit syrischer, afghanischer oder tschetschenischer Familiengeschichte berichten von solchen Erfahrungen. Mehr als die Hälfte der befragten Tschetschenen gab an, den Eltern nicht widersprechen zu dürfen. Jeder zehnte junge Afghane erzählt von Gewalt im Elternhaus."
Ich muss ehrlich sagen, dass es so klingt, als hättest du nur die Überschrift gelesen. Es wird hier in keinster Weise gesagt, dass es nur die bösen Ausländer sind, allerdings scheint es ja ein Problem bei jungen muslimen zu geben, welches deutlich größer als bei jungen Christen. Finde ich persönlich wenig überraschend, dass sich viele von denen radikalisieren, angesichts der Hintergründe, wie zb Perspektivlosigkeit und fehlendes zugehörigkeitsgefühl. Gleiches kann man ja auch bei jungen männern im Osten beobachten, da geht es halt eher in richtung faschismus.
Hab auch überlegt, ob ich das so schreiben soll, da gebe ich dir einen Punkt. Allerdings macht die Studie eben gewisse Unschärfefehler, z.B. wie erwähnt, dass eine verhältnismäßig sehr kleine Gruppe von Muslimen eingeschlossen wurde (Ich glaube nur Syrer, Türken, Afghanen), die eben nicht repräsentativ sein dürften. Es nützt halt nichts, wenn sowas nicht ordentlich beleuchtet wird und die Ergebnisse so wie hier dargestellt werden - und ja, da spielen Titel und Einleitung des Artikels eine große Rolle zur Einordnung, auch, wenn das am Ende teils relativiert wird.