Parallelen zur Suezkrise
Das sich abzeichnende Ergebnis steht in keinem Verhältnis zum menschlichen Leid, das weit über die Kriegsregion hinausreicht, sowie den finanziellen und militärischen Kosten. Möglicherweise ist ein Vergleich nicht zu weit hergeholt zwischen dem, was der Irankrieg für die USA darstellt, mit dem, was die Suezkrise 1956, als Großbritannien, Frankreich und Israel Ägypten angriffen, für das Vereinigte Königreich bedeutete: das Ende eines Empires. Damals besiegelte der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser das britische Empire, ebenfalls an einem für den internationalen Handel wichtigen Wasserweg.
Er verstaatlichte den Suezkanal, der sich bis dato unter kolonialer französischer und vor allem unter britischer Kontrolle befand, und deklarierte ihn fortan als ägyptisch.
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Es wird sich als ein Paradox der Geschichte erweisen, dass die USA und Israel in diesem Krieg versucht haben, mit Iran eine wichtige Regionalmacht auszuschalten, nur um damit ein neues Bündnis von Regionalmächten zu stärken, dessen Hauptziel es ist, die Region zu stabilisieren, das US-amerikanischen Sicherheitsmonopol langsam zu ersetzen und den israelischen Einfluss einzudämmen.



Im Endeffekt sehen wir ja das völlige Zerbröckeln der USA als Supermacht. Vorher, vor Donald Trump, gab es ja deutliche Anreize, sich in eine Allianz mit den USA zu begeben. Wir in Westdeutschland haben dort auch sehr lange sehr gut gelebt. Nun wird das alles absichtlich zerschlagen - nicht nur die militärischen Bündnisse, sondern auch die wirtschaftlichen Verflechtungen.
Und wir sehen ja auch zum Beispiel im Krieg Russlands gegen die Ukraine, dass die Unterstützung der USA inklusive der NATO-Verpflichtungen extrem unsicher werden. Das führt automatisch dazu, dass sich Machtzentren verschieben, dass Staaten schauen müssen, wie sie sich gegen andere verteidigen. Eine andere Weltordnung entsteht gerade - nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa, in Asien und sicherlich auch in Afrika.