Ist das hier das beste Format, um Lebensgeschichten aufzurollen. Vermutlich nicht, aber es fühlt sich richtig an. Und ich möchte das ganze mit euch teilen. Vielleicht hilft es ja irgendwem, sich mit deinen Gefühlen einsam zu fühlen.

Bei mir hat es bei einigen trauma-bedingten Zeugs klick gemacht. Durch meine Therapie hab ich zwar viel darüber gelernt, aber bisher hat es immer gebraucht, bis ich es wirklich fühlen konnte. Vor ein paar Wochen hatte ich mal wieder eine Phase, an denen die Trauma sehr präsent waren, und ich mich an welche erinnern konnte, die ich verdrängt hatte. Ich weis nicht, wie genau, mir ist wärenddessen bewusst geworden, dass ich mein Leben bisher nur funktioniert habe, und nie wirklich gelebt habe. Vielleicht hat der eine Goth Song, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gehört habe, der sich auf einmal wie ankommen angefühlt hat. Irgendwas in mir hat der bewegr. Und das zu realisieren, hat mir irgendwie geholfen, meine Gefühle an erster Stelle zu stellen. Und heilige scheiße, fühlt es sich gut an. Auch wenn sowas zu realisieren für die psyche auch nicht einfach ist. Wer schonmal in Therapie war, kennt das vllt aus dem Erstgespräch, Körper in dauer Überlebensmodus, gleichzeitig emotionale leere und trotzdem kribbelt alles. Ein Teil des Heilungsprozess, auf den ich gerne verzichtet hätte. Aber ihr habt keine Ahnung, wenn auch erstmal nur für einen Moment. Das Gefühl zu haben, anzukommen. Und sich nicht nur zu akzeptieren (was schon schwer genug ist), sondern anzufangen, das man sich selbst gefällt.

Quintessens, ich weis, der weg ist verdammt schwer. Und tut weh. Aber traut euch. Holt euch hilfe. Und wagt es, euch selbst wirklich zu sehen.

Für mich als Baby-alt (Wenns das als generelles Equivalent zu einer Baby-Bat existiert) ist jetzt im übrigen, Makeup lernen und Leute kennenlernen, die ähnlich drauf sind wie ich. Und das Gefühl zu genießen

  • realitaetsverlust@piefed.zip
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    11 hours ago

    Ich hab mein Trauma vor 10 Jahren mit großen Mengen Alkohol und exzessivem Videospielkonsum runtergespült und eingesperrt. Das lebt da jetzt. Wenn das nicht gesundes Coping ist, weis ich auch nicht!

  • Valentina@feddit.org
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    13 hours ago

    Ich wünschte, ich würde mit meinen einschneidenden Erlebnissen und Problemen umgehen können, aber ich funktioniere nur noch und das nur semi-gut. Bei mir ist es gerade wirklich nicht leicht, dabei dachte ich, dass es mit mir aufwärts gehen würde. Zu meinen Gefühlen habe ich seit ein paar Monaten auch keinen Zugang mehr, da alles andere wichtiger schien als mein Wohlbefinden. Wie kann ich mich akzeptieren oder mir gefallen, wenn ich mich selber nicht mehr kenne? Aber genug von meinen Problemen. Ich hoffe, dass du deinen Weg weitergehen kannst und dort ankommst, wo du dich gut aufgehoben fühlst.

  • da_cow (she/her)@feddit.org
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    16 hours ago

    Ich weis nicht, wie genau, mir ist wärenddessen bewusst geworden, dass ich mein Leben bisher nur funktioniert habe, und nie wirklich gelebt habe.

    Kenne ich auch. Es ist zwar im Moment noch primär das man versucht irgendwie zu funktionieren, aber wenn man gute Momente hat ist das schon ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Fühle dich auf jeden Fall gedrückt :3 🫂