Finde das Streikrecht wichtig, frage mich nur manchmal, ob es nicht auch Streinformen gäbe, die gezielter den Arbeitgeber treffen, statt der Kunden. Würde ja reichen, wenn man leute zB kostenlos befördert und sich weigert Tickets zu verkaufen. Würde vermutlich mehr Unterstützung im der Bevölkerung zur Folge haben.



@rbn
Du schreibst: “Wenn Leute ihr Auto anschaffen, muss sichergestellt sein, dass wichtige Termine wahrgenommenen werden können. Wenn ein Dialysepatient drei mal die Woche ins Krankenhaus muss, dann muss das funktionieren.”
Als Taxifahrer mit vielen Krankenfahrten, insbesondere Dialyse-Patienten, der Hinweis, dass die gesetzlichen Krankenkassen solche Fahrten mit dem Taxi bezahlen, weil die PatientInnen besonders nach der Behandlung häufig so maddelig sind, dass die auf keinen Fall selber Auto fahren sollen. Und ein abgesenktes Immunsystem ist auch ein guter Grund, ÖPNV-Massenbeförderungen zu meiden.
@ladicius
Danke für die Anmerkung. Der Dialysepatient sollte auch nur ein Beispiel sein. Meinetwegen nimm stattdessen das medizinische Personal, welches die Dialyse durchführt. Auch die müssen irgendwie da hin kommen. So wie unzählige andere lebenswichtige und systemkritische Menschen täglich von A nach B kommen müssen.
Wenn wir sagen, dass ÖPNV ruhig mal ein paar Tage ausfallen darf, nehmen wir ihm dadurch die Möglichkeit jemals das Auto als Haupttransportmittel abzulösen.
Als Kompromiss könnte ich mir auch noch vorstellen, dass der ÖPNV während des Streiks zwar fährt, aber eben nur ausgewählte Personen auch einsteigen dürfen. Allerdings fürchte ich, dass den Streikenden dabei mehr Unverständnis entgegengebracht würde als weniger. Und zu definieren, welche Fahrt wichtig genug ist, wäre auch nicht trivial.
Eigentlich müssten die meisten Leute zuhause bleiben, weil sie nicht zur Arbeit kommen, oder nicht in die Innenstadt zum Einkaufen. Ein eingeschränkter ÖPNV könnte dann trotzdem ausreichen für die Leute die wirklich irgendwohin müssen. Die anderen Arbeitgeber/Einzelhandel/… müssten eigentlich Druck auf die Arbeitgeber im ÖPNV machen, damit es schnell zu einer Einigung kommt. Stattdessen versuchen alle trotzdem irgendwie zur Arbeit zu kommen und der Druck wird auf die Arbeitnehmer im ÖPNV geschoben.