• KatherinaReichelt@feddit.orgOP
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    1 day ago

    Wenn du dir die Zahlen im Artikel anschaust, dann sind die gar nicht so dramatisch. Um die 100 Insolvenzen pro Monat sind auf über 150.000 Gastronomiebetriebe noch völlig im Rahmen.

    Das hat auch früher nicht funktioniert. Die Gastro war schon immer ein Sammelbecken von Leuten, die sich mit eher geringen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen selbstständig gemacht haben. Und neue Restaurants haben immer ein gehöriges Risiko zu scheitern, weil man immer Annahmen zu Kundenfrequenz, Umsätzen etc. machen muss, die man nicht sauber überprüfen kann. Du magst denken, dass dieses Stadtviertel dringend eine Anlaufstelle für Pinsa benötigt, aber das muss dann doch nicht so sein.

    Dazu kommt dann noch das bittere Thema Mieten. Wir Private sind ja schon gebeutelt, aber das spiegelt sich auch hart in den Gewerbemieten. In den guten Lagen mit hoher Kundenfrequenz macht halt nicht der Gastronom den Reibach, sondern der Vermieter. Schau mal in deiner Stadt in die Anzeigen zur Gewerbevermietung und was da in der Innenstadt abgerufen wird. Da bist du hier in guter Lage locker bei über 10.000€ pro Monat für gar nicht so große Restaurantflächen. Das heißt, dass du dann erstmal jeden Tag des Monats 330€ puren Gewinn an deinen Vermieter auszahlst.

    Wenn du dann deinen Leuten noch mindestens 13,90€ Mindestlohn zahlen musst, wird es ganz schnell haarig