Karen Spärck Jones programmierte ohne Computer, dachte Information Retrieval neu - und blieb doch lange unbeachtet.

Diese Arbeit mündete in ihrem wichtigsten Beitrag zur Entwicklung von Suchtechnologien. 1972 veröffentlichte sie im Journal of Documentation die Studie A statistical interpretation of term specificity and its application in retrieval […]. Darin führte sie das Konzept der Inverse Document Frequency (IDF) ein, ein bis heute zentraler Begriff in der Informationstheorie: IDF beschreibt, wie selten ein Begriff in einer Dokumentensammlung vorkommt - und leitet daraus seine Relevanz ab.

https://www.staff.city.ac.uk/~sbrp622/idfpapers/ksj_orig.pdf

Karen Spärck Jones […] interessierte sich nicht für Übersetzungen, sondern für die Frage, wie man mit Computern semantische Zusammenhänge erkennen kann. In ihrem Aufsatz Synonymy and Semantic Classification […] von 1964 plädierte sie dafür, Wörter nicht als fixe logische Einheiten, sondern als bedeutungsoffene, kontextabhängige Elemente zu verstehen. Ihre Idee, Bedeutungen statistisch zu erfassen und Begriffe in Beziehung zu setzen, war visionär - und beeinflusst bis heute, wie Suchmaschinen Sprache verarbeiten.

https://aclanthology.org/J88-4004.pdf